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Memmo Baleeira | Sagres | Portugal

Das Schwesternhotel des Memmo Alfama in Lissabon liegt direkt an der Küste in Sagres, nahe dem südwestlichsten Punkt des europäischen Festlandes. Ein kraftvoller Ort. Viel Wind und raue Wellen. Lange Sandstrände und inmitten thront dieses minimalistisch gehaltene, weiße Hotel. Bei weitem nicht so elegant wie die Granddame, das Memmo Alfama in Lissabon, doch auch schön eingerichtet. Ein richtiges Ferienhotel für viele Menschen.

Kurzgefasst ein großes Ferienhotel am Meer. Durch das viele Weiß wirkt das Memmo Baleeira sauber und freundlich. Zu jeder Seite gibt es einen Hotelflügel. In den nach Osten gerichteten Zimmern mit Meerblick kann man den Sonnenaufgang vom Bett aus genießen. Das Frühstücksbuffet vermochte uns dann aber nicht wirklich zu überzeugen: zwar ist das Buffet umfassend, aber nicht besonders aufregend. Befremdlich war außerdem die Badehaubenpflicht im Hallenbad, die heutzutage antiquiert wirkt. Genossen haben wir jedoch die Zeit in der Lounge auf den (wieder) weißen Sofas. Nachdenklich gestimmt hat uns der Spruch: „a hotel is not a home“. Ja, das stimmt.

 

 

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Memmo Alfama | Lissabon | Portugal

Meine Begeisterung von Lissabon hat ein Zuhause gefunden! Lissabon gehört zu meinen absoluten Lieblingsstädten und jetzt gibt es auch ein Lieblingshotel dazu: das Memmo Alfama.

Es ist ein Kleinod im ältesten Stadtteil Lissabons, ganz nahe der Kathedrale in einer versteckten Seitengasse. Das Interieur ist skandinavisch zurückhaltend, mit viel Holz und noch mehr Charme. Von den Zimmern und der Dachterrasse aus gibt es eine herrliche Aussicht über den Tejo. Ein Hotel im Geiste ähnlich des Altstadt Vienna.

Mit Wehmut muss ich aber leider, leider, leider festhalten, dass mich dieses Hotel die nächsten 16 Jahre wohl kaum sehen wird, denn man darf nur mit Kindern über 16 Jahre einchecken. What a pity!

Details, die mir in lebhafter Erinnerung geblieben sind:

  • Das ungewöhnliche Badezimmer mit haptisch aufregenden Materialien.
  • Der frisch gepresste Orangensaft in kleinen Flaschen kunstvoll gestapelt in einem Kühlschrank aus Glas.
  • Die Zeichnungen, Notizen und Erinnerungen der Gäste, die an der Rezeption aufgehängt
  • Das Servicepersonal, das mir von weiteren herrlichen Hotels in Portugal berichtet
  • Die Hotelbibliothek, ins Bücherregal gegriffen und Stunden lesend

 

 

 

 

 

Erlebte Hotels, Europa, Hotels, Österreich

Loisium Wine & Spa Resort – Ehrenhausen

Das Loisium in Ehrenhausen in der Südsteiermark wird immer einen besonderen Platz in meinen persönlichen Hotelerfahrungen einnehmen. Denn es war der erste Hotelaufenthalt meiner Tochter mit 6 Wochen. Die Fahrt von Wien nach Ehrenhausen verlief bestens und wir freuten uns auf das Wine&Spa Resort, wie sich das Hotel selbst bezeichnet. Natürlich wussten wir, dass es nicht um ein Kinderhotel handelt, umso erstaunlicher war dann unser Aufenthalt. Schon an der Rezeption wurde uns ziemlich unverblümt gesagt, dass Kinder im Spa-Bereich nicht erlaubt sind – auch schlafende Babys nicht. Die Dame hat es leider sehr unglücklich ausgedrückt und unsere Freude über das schöne Hotel war damit schnell verflogen. Im Zimmer angekommen hat sich dann aber ein ganz anderes Bild präsentiert. Ein nettes Gitterbettchen, eine Wickelauflage und ein Mistkübel für Windeln standen bereit. Eine interessante Wendung: vielleicht versteckt sich doch ein Herz für Kinder im Loisium? Und nachdem wir uns eingelebt hatten, gefiel uns das Hotel immer besser – unserer Tochter übrigens auch. Sehr viel Zeit blieb uns allerdings nicht die weitläufige Anlage zu genießen, nachdem wir zu einer Veranstaltung eingeladen waren.

Am nächsten Morgen gab es dann ein himmlisches Frühstück mit einer schier unendlichen Auswahl an Köstlichkeiten. Den Vormittag genossen wir noch mit einer Runde im Pool, ehe wir schon wieder zu unserem ältesten Sohn heimwärts düsen müssten.

Zum Design des Loisiums:

Das Büro Architekturconsult aus Graz hat das kubische Exterior entworfen und BEHF aus Wien sorgte für den nötigen Chic im Inneren.

Zur Lage:

Das Loisium, mit einer Außenfassade aus Lärchenholz, thront über dem Ort direkt neben dem Schloss Ehrenhausen. Allerdings fanden wir es sehr schade, dass man fußläufig nur über die Bundesstraße in den Ortskern kommt. Durch das Innere des Designhotels zieht sich das Thema “Steiermark neu interpretiert”. Auch die steiermärkische Farbe Grün wird im Spa in Szene gesetzt. Die gute Auslastung merkt man einzig in den Zimmern, da das 2012 eröffnete Hotel schon die eine oder andere Schramme erlitten hat.

|Aufenthalt Mai 2017 –  Loisium Wine & Spa Resort – Ehrenhausen – Österreich|

 

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Zu Besuch im G’sund & Natur Hotel DIE WASNERIN in Bad Aussee

Bevor unser zweites Kind zur Welt kommt, wollten wir uns noch einen kurze Babymoon gönnen, neudeutsch für Schwangerschaftsurlaub, klingt einfach besser. Entschieden haben wir uns für die Wasnerin in Bad Aussee. Nachdem das G´sund und Natur Hotel gerade mit Auszeichnungen nur so überschüttet wird, war ich besonders gespannt auf das Ambiente des Hotels. Die Reservierung war nur noch telefonisch möglich, ging dafür aber flott vor sich. Nur, dass die Rezeptionistin schnell überfordert war bei der Frage, ob es denn auch Spa-Treatments für Schwangere gäbe. Freundlich aber bestimmt verwies sie mich auf die Spa-Abteilung. Diesen Punkt hätte sie meiner Ansicht nach nicht einfach so aus der Hand geben dürfen, immerhin riskierte sie damit, keine Zusatzangebote zu verkaufen.

Obwohl ich im Vorfeld nichts über die Eigentümerverhältnisse wusste, war uns ganz schnell klar, dass es kein eigentümergeführtes Haus sein konnte. Die Mitarbeiter/innen waren alle höflich, nett, sympathisch und doch konnte man den Druck des Umsatz erzielen Müssens spüren.
Auch bei ein paar anderen Kleinigkeiten waren wir sehr verwundert, z.B. muss man für eine Karaffe Leitungswasser 2,50 Euro bezahlen, wenn man sonst keine Getränke konsumiert und eine Yogaeinheit kostet 5 Euro. Diese Dinge kenne ich in diesen Preiskategorien nur als kostenlosen Service.

Sehr angetan waren wir dagegen von den frisch renovierten Loser-Zimmern (mit Blick auf den Loser), besonders interessant war die Matratze von Regina (Gmunden), zuerst weich und dann passt sie sich schnell dem Körper an und die Festigkeit stellt sich auf den Körper ein. Mäßig begeistert hat mich das Badezimmer, hier gab es nur eine Tür, die entweder Toilette oder Dusche verschloss. Ein nicht völlig ausgereiftes System und die Materialwahl fühlte sich nicht schön und auch nicht neuwertig an.

Mein Lieblingsraum war dagegen der Ruheraum mit der atemberaubenden Aussicht auf die Berge. Die Teestation war allerdings etwas zu heilig für mich, es gab ausschließlich Kräuter und Früchtetee, dabei hätte ich so gerne eine Tasse Grün- oder Schwarztee getrunken. Leider, leider so gesund lebe ich dann halt doch nicht.

Hotel Facts:

Website: http://www.diewasnerin.at/
Preis: ab ca. 124€ pro Person im Doppelzimmer
USP: “auszeiteln”

|Aufenthalt Februar 2017 – Die Wasnerin – Bad Aussee – Österreich|

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Herrliche Stunden im Hotel Auersperg in Salzburg

Ganz spontan habe ich Salzburg einen Besuch abgestattet und bin dabei mit einem Aufenthalt im Hotel Auersperg belohnt worden. Die Hoteliersfamilie habe ich bereits vergangenes Jahr in Bad Gastein kennengelernt. Die Schwester der Eigentümerin besitzt dort neben dem Hotel Miramonte außerdem noch das Haus Hirt und die Alpenlofts mit Blick über das Gasteiner Tal. In Salzburg wollte ich also unbedingt ein weiteres Haus der Familie ausprobieren.

Und die Belohnung war groß: Entdeckt habe ich eine Oase in der Salzburger Innenstadt. Mitten im hippen Andräviertel, versteckt sich ein wunderschöner, verzauberter Garten zum Entspannen. Ein herrliches Frühstück mit einer köstlichen Auswahl am Bio-Buffet und insgesamt einem Ambiente zum Genießen, all das macht das Hotel zum echten Geheimtipp für Salzburg-Besuche. Ich kann mit den Lobeshymnen gar nicht mehr aufhören, aber die Zeit war so extrem schön und nett, dass ich mich schon auf den nächsten Besuch freue.

 

 

Das Hotel kann ich also nur mit ganz viel Begeisterung weiterempfehlen. Vielleicht liegt’s auch an den tollen Farben: Ähnlich wie in Bad Gastein ist auch hier das Gespür für Farben allgegenwärtig. Wie ich jetzt herausgefunden habe, stecken dahinter die Farbkompositionen von Muthwill aus Hallein. Mit außergewöhnlichen Konzepten stellt der Meisterbetrieb aufeinander abgestimmte Farben zusammen, die einem in Erinnerung bleiben. Auch das vielleicht ein wahrer Geheimtipp.

Hotel Facts:

Website:http://www.auersperg.at
Preis: ab ca. 165€ im DZ
USP: Privater Charme mitten in der Stadt mit Garten – ganz nach dem Slogan: “Ein Haus für die Seele”

 

|Aufenthalt September 2016 – Hotel Auersperg – Salzburg – Österreich|

 

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Urlauben in einer Kärntner Berghütte

Rein in die Natur, war das Erlebnis unseres Sommers. Wir verbrachten einige Tage in einer sehr sehr sehr abgelegenen Kärntner Berghütte. Man benötigt über 30 Minuten mit einem geländegängigen Auto vom Tal hinauf auf 1800m. Dort erwartete uns pure Einsamkeit, ein Pferd begleitet von einem Esel, eine schöne, alte Berghütte, zwei Bäche, Zauberwälder wie aus Bilderbüchern, Hirsche zum Beobachten, Pferde, Kühe und jede Menge Action für Kinder. Verzichtetet haben wir auf Handyempfang, Strom und alle weiteren Annehmlichkeiten wie fließend Wasser (aber eigentlich floss das Wasser eh im Bach vorbei). Zum Kochen musste der Herd befeuert werden und die Lebensmittel für mehrere Tage waren genau geplant, so ziemlich das Gegenteil von unserem Leben, wo wir täglich mehrere Supermärkte passieren und nach Lust und Gusto einkaufen können.

Alles war langsamer und beschaulicher, ein echter Ausstieg aus dem Alltag. Unsere Gedanken kreisten häufig um die Essenszubereitung und die Befeuerung des Ofens. Erstaunlich war die Leichtigkeit, wie sich die Kinder den neuen Gegebenheiten anpassten und welche Beschäftigungen sie einem ganzen Tag nachgingen. Ein vorbeikommender Bauer aus der Region verriet uns allerdings, dass sich die Hütten mit pubertierenden Kindern schwerer vermieten lassen, da eine Woche ohne Smartphone kaum vorstellbar sei.

Ich möchte keine Moralpredigt halten, wie früher alles besser war oder dergleichen. Der Kontrast zu unseren Hotelbesuchen war interessant und trotzdem war es nicht weniger erholend. Allerdings warmes Wasser ist schon auch schön.

Wie ist Ihre Erfahrung mit einsamen Berghütten?

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Hotel Cort – Palma von der schönsten Seite

Die Krönung kam am Ende unserer Mallorca-Reise: das Hotel Cort in Palma. Nach der kaum kinderfreundlichen Finca Sa Garriga waren wir sehr gespannt auf das Boutiquehotel Cort im Zentrum der Inselhauptstadt. Eventuell könnte es mit Kleinkind doch schwierig werden, befürchteten wir. Falsch gedacht, es war perfekt. Unser Sohn wurde herzlich begrüßt und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen freuten sich über den kleinen Gast. Innerhalb weniger Stunden wurde er namentlich begrüßt und liebevoll umsorgt.

Kuschelparadies

Obwohl es ein himmlisches Boutiquehotel ist, gehören auch Kinder zum Stammpublikum. Höhepunkt unseres Aufenthalts war der Moment, als unser Sohn das große Bett mit sechs Kissen sah – mit einem Sprung segelte er quietschvergnügt ins Kuschelparadies. Alles war entspannt, ein rundum schöner und gelungener Aufenthalt.

Kein Feuer, das nicht brennt

In Erinnerung bleibt uns auch auf jeden Fall der Kamin in unserem Zimmer mit LED-Brennholz. Ein Knips und schon flackert das scheinbar brennende Holz – das zu unserer großen Überraschung täuschend echt aussieht. Zugegeben, etwas dubios zwar, aber doch gemütlich. Insgesamt ist das Interior vom Feinsten: Skandinavischer Minimalismus trifft auf mediterrane Gemütlichkeit. Als Verwöhnprogramm für die Haut gibt’s Molton Brown Beauty-Produkte.

Cort auf der Zunge

Der Gaumen darf sich ebenfalls freuen, denn das Frühstück wird serviert und hier stehen noch Köstlichkeiten wie Eier Benedict auf der Karte. Himmel in Palma. Im Preis inbegriffen ist das gesamte Frühstücksangebot und die Auswahl ist groß und exzellent, so wie auch das Restaurant selbst.

Stiege und Lift

Einziger Kritikpunkt ist die Parksituation, wir konnten nur in einer der umliegenden Parkgaragen parken und mussten das Gepäck samt Kind und Kegel über Stiegen hinauf zum Hotel schleppen. Nicht die komfortabelste Art zu Reisen, belohnt wird man dafür mit bester Altstadtlage. Im Vorfeld sollte man sich allerdings genauer über die Parkmöglichkeiten und Wege zum Hotel mit Liftanbindung informieren. Der Weg zurück zur Garage ging dann schon viel leichter. Hoffentlich kommen wir bald wieder und können noch oft nach den besten Wegen Ausschau halten.

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Erlebnisbericht: Iberostar Albufera Park Mallorca – ihr Kinderlein, kommt

Das Iberostar Albufera Park ist ein Kinderhotel wie es im Buche steht: Viele, viele Zimmer – 250 an der Zahl. Das Hotel wurde im Jahr 2007 – möglicherweise in Absprache mit dem verstorbenen Popstar Prince – neu renoviert: Alles ist lachsfarben mit etwas Gelb (Prince hatte bei einem seiner Konzerte darauf bestanden, dass sein Publikum nur mit lachsfarbener Kleidung eingelassen werden durfte). An meinem sarkastischen Unterton merken Sie schon, die Zimmergestaltung traf meinen Geschmack wenig bis kaum.

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Aber nachdem sich mein Auge an die Farben gewöhnt hatte, fand ich den Aufenthalt auch wirklich wunderbar. Am besten hat uns das Kinderbecken gefallen, mit drei Rutschen und vielen kleinen und großen Wasserfontänen war unser Sohn kaum noch aus dem fröhlichen Badevergnügen wegzudenken. Außerdem verfügt das Hotel über einen schönen Meerzugang mit einem prachtvollen Strand. Vor dem Hotel befindet sich ein großzügiger öffentlicher Spielplatz, der auch häufig auf unserem Programm gestanden hat. Und der hoteleigene Garten sowie der gesamte Gebäudekomplex werden von einer Armee von Maintenance-Mitarbeitern und Gärtnern so richtig in Schuss gehalten. Eine wahre Meisterleistung.

Ganz generell sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr freundlich und lassen sich durch die vielen kleinen Kinder nicht im geringsten aus der Ruhe bringen. Das Essen am Buffet ist sehr gut und vor allem recht schnell am Tisch. Mein Wunsch wäre allerdings eine gesündere Variante des Kinderbuffets (fast alles ist frittiert) anzubieten, aber wir konnten uns zum Glück mit den „normalen“ Buffetspeisen aushelfen, die wir kurzerhand unserem Sohn serviert haben. Empfehlenswert ist das Tamarinos Restaurant, hier braucht man zwar eine Reservierung und ein klein wenig Geduld, die Türen öffnen erst am 19 Uhr. Aber die Lage direkt am Meer inmitten der Dünen ist viel schöner und das Essen etwas exklusiver.

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Ein Highlight für unseren Sohn war die Kinderdisco um 20:15 Uhr. Disco ist vielleicht das falsche Wort – Mit-Mach-Musical wäre wohl die bessere Beschreibung, für unseren Zweijährigen ein Riesenspaß. Das Animationsteam war sichtlich motiviert und durchaus auch lustig. Für uns war es ein Abtauchen in eine andere Welt, ein gutes Abtauchen. Die Lockerheit und der Enthusiasmus der Kinder sind super ansteckend, quasi ein Mini-Urlaub vom eigenen Erwachsensein : )

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Hotel Predi Son Jaumell in Mallorca – ein Hotelparadies für Groß und Klein in Mallorca

 

Mallorca – schöne Insel mit erlesenen Hotels – so lassen sich unsere zehn Tage in Mallorca beschreiben. Den Anfang machte das Hotel Predi Son Jaumell. Anmutig in seiner Schönheit fügt sich das altmallorquinische Landgut, ein Possessió aus dem 17. Jahrhundert, in die Landschaft. Das Predi Son Jaumell in Capdepera verfügt über 24 Suiten in unterschiedlichen Stilrichtungen mit Blick auf das umliegende Land und die gleichnamige, mittelalterliche Burg.

4 Hoteliers erfüllen sich einen Traum

Zu neuem Glanz verhalfen vier mallorquinische Hoteliers dem frühneuzeitlichen Kleinod. Ganz konträr zu ihren großen Hotels, erfüllten sich die Betreiber den Traum eines kleinen, feinen und gediegenen Fincahotels und leisteten so auch einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des architektonischen Erbes des Prei Son Jaumell. Mallorquinische Flechtkörbe finden sich überall als rustikale Gestaltungselemente und alleine dieses kleine Detail vermittelt die Verbundenheit mit der Insel. Meine Gratulation zu diesem tollen Projekt! Die unterschiedlichen Vorstellungen von mehreren Köchen haben hier den Brei nicht verdorben im Gegenteil, es ist noch die Extraportion Würze hinzugekommen.

Hotels & Technik

Kritikpunkt ist allerdings das Beleuchtungskonzept, hier wollte man zu viel des Guten und dachte, die Technik kann das Verhalten der Menschen vorhersehen. Öffnet man die Zimmertür, geht automatisch das Licht an. Verlässt man das Zimmer, geht das Licht aus. So weit so gut, doch möchte man eine bestimmte Lampe ein- oder ausschalten, muss man sich zunächst durch die Voreinstellung des Schalters klicken.  Auch nach vier Tagen haben wir das komplexe Lichtsystem noch nicht durchschaut.

Das komplizierte Beleuchtungskonzept hat letztlich aber auch zu vielen lustigen Erlebnissen geführt: Einmal saß ich mit unserem Sohn in der Badewanne und mein Mann holte kurz etwas aus dem Auto. Er verließ das Zimmer und kaum hatte er die Türe geschlossen, saßen wir im Dunkeln. Es war stockfinster und der Whirlpool blubbert – mein Sohn wurde stumm wie ein Fisch – wir lauschten in die Dunkelheit und mussten geduldig abwarten. Ein andermal schliefen wir schon tief und fest und plötzlich ging das Licht an und holte uns aus unseren Träumen.

Technische Spielereien sind zwar ganz nett, aber ich mache häufig die Erfahrung (besonders in Hotels), dass die verschiedenen Bedürfnisse der vielen, vielen, vielen unterschiedlichsten Gäste einfach nicht abgebildet werden können.

Und möchte man ganz kritisch sein, ist auch die WC-Lösung suboptimal. Das WC ist lediglich durch satiniertes Glas abgegrenzt und nach oben hin offen, Geräusche und Gerüche sind somit im Zimmer inklusive.

Gastronomie des Hauses

Das Predi Son Jaumell wurde auf der ganzen Insel bekannt durch sein ausgezeichnetes Restaurant von Andreu Genestra. Wir haben zwar nur das Bistro probiert, denn mit unserem kleinen Rabauken fanden wir nicht die Ruhe für dieses außergewöhnliche Esserlebnis. Schade, aber für alle, die es probieren möchten – eine Reservierung ist Pflicht, auch für Hotelgäste! Doch selbst das Bistro des Hotels können wir wärmstens empfehlen.

Das Frühstück war solide, alles da, aber irgendetwas hat für die Kategorie gefehlt. Vielleicht lag es an der mittelmäßigen Brotqualität.

Kinder willkommen

Apropos Kinder, das Hotel war nicht von Beginn an auf Kinder ausgerichtet, man rechnete einfach nicht damit, dass Familien hierher kommen würden. Doch genau das Gegenteil ist passiert, es kommen viele Kinder mit ihren Eltern und gerade die Kleinen lieben das Haus. Diese Herzlichkeit kommt auch vom Hoteldirektor und den Mitarbeiterinnen. Man spürt, dass Kinder willkommen sind. Allerdings wie ich in den Bewertungen lesen konnte, sind manche Gäste nicht mit den Kindern zufrieden. Schade.

Räume zum Sein

Die umwerfende Gestaltung des Landsitzes, angefangen von den Gärten, dem Poolbereich, den Restaurants und Zimmern bis hin zu den unzähligen kleinen öffentlichen Bereichen, wo man entspannt genießen und lesen kann, bietet Ruhe und Erholung. Diese Bereiche außerhalb der Zimmer liegen mir immer besonders am Herzen, da entsteht ein Gefühl von Großzügigkeit und Gemütlichkeit.

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Sleeping in the Box – H´Otello B´01

Sleeping in the Box ist die Kurzfassung meines Aufenthalts in München. Das H´Otello B´01 in der Münchner Innenstadt ist reduziert, zu reduziert. Die Zimmer sind klein und der Preis einfach zu teuer. Stolze 170 € zahlt man für beste Münchner Lage (in der Ludwigsvorstadt direkt am Isartor).

Schick, aber ohne Wiedererkennungswert.

Keine Frage das Design ist schön, in schlichter Eleganz mit hochwertigen Materialien. Doch nichts von alledem bleibt in Erinnerung. Und obwohl es eigentlich an nichts gemangelt hat, war eben genau diese fehlende Atmosphäre dann auch der Grund, warum ich nicht einmal zum Frühstück bleiben wollte. Deshalb habe ich dem Thompson München einen Besuch abgestattet. Diese Mischung aus Bar und Restaurant der KWAG-Gruppe ist in puncto Design der Hammer: Man fühlt sich wie in einer New Yorker Hotellobby und das obwohl das Lokal „nur“ der Kunden-und Meeting-Point der Eigentümer ist, sozusagen das Wohnzimmer der KWAG-Gruppe.

Hotelname H´Otello B01

Man sieht, über das H´Otello kann ich wenig berichten. Aufgrund seines fehlenden Charakters kann ich nur noch ein wenig Klarheit in die verwirrende Namensgebung bringen: Denn es gibt drei H´Otellos in München mit den Kürzeln B01, H09 und F22. Der Hotelname setzt sich aus dem ersten Buchstaben des Straßennamens + Hausnummer zusammen (z.B. B01 – Baaderstrasse 1).

Soweit so gut, eine nette Idee. Doch sucht man sich durch den Hoteldschungel von München, ist es schier unmöglich sich Buchstabe und Nummer zu merken. H´Otello hatte ich schnell auf der Watchlist, aber umso mehr ich suchte, umso häufiger kam die Frage auf, wieso kostet es hier so viel mehr und dort so viel weniger? Die Lösung ist natürlich die Lage: Verschiedene Preise für  unterschiedliche Standorte. Und dem Nummern- und Buchstabensalat hätte ich mehr Beachtung schenken können, doch ist das nicht gerade serviceorientiert für potentielle Gäste. Aus SEO-Sicht bin ich mir übrigens auch nicht sicher, ob H´Otello für Google so eine geschickte Bezeichnung ist.

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Reward-based Crowdfunding als Marketing-Strategie

Georg Gasteiger und Barbara Anselm besitzen einen 400 Jahre alten Bauernhof in den Tiroler Alpen bei Rofan. Der Mesnerhof und seine Verwendung spuken Georg Gasteiger schon seit Jahren im Kopf herum. Begonnen hat alles mit dem Konzept „Holy-Work“ – Die Verbindung von Urlaub und Arbeit in den Bergen, dem Zeitgeist viel zu früh. Doch der Gedanke, nämlich die Zusammenhänge zwischen Raum und Kreativität auch aus sozialwissenschaftlicher Perspektive zu betrachten, hat Georg nicht mehr losgelassen. Und da hat sich gezeigt, dass Natur und Landschaft einen wichtigen Einfluss auf den Innovationsprozess haben. Der Mesnerhof ist ein Sehnsuchtsort und steht im Zeichen von Gemeinschaft, Natur und Bewahrung von Altem.

Seit 2013 haben Georg und Barbara den Mesnerhof behutsam und authentisch saniert. Sie sind Super-Hosts auf AirBnB geworden. Jetzt geht die Reise in die Zukunft mit “Save the Heustadl“ weiter. Die Idee von “Save the Heustadl”: Der 370 Quadratmeter große Heustadl soll saniert und in ein Camp für 25 Personen umgewandelt werden. Der erste Schritt ist gesichert, nun sollen die Mittel für die Bau- und Ausstattungselemente, die den Mesnerhof-C zu einem einzigartigen Commmunity-Retreat in den Bergen machen (Glasflächen für die Bergsicht, Kletterwand, Schwitzhütte etc.), mittels Crowdfunding herangeschafft werden.

Startnext ist Projektabwickler für die Initiative, die übrigens noch vier Wochen (bis Ende Mai 2016) läuft. Für Crowdfunder gibt es ein geniales Dankeschön(s) wie Heulicht, Sensenkurse, Heupads, HEUmatmusik, Meet-the-Host Aufenthalte und ganze Wochenpakete für zehn Personen.

Georgs und Barbaras Feuer brennen für den Mesnerhof und das Projekt startet gerade seinen Höhenflug, nicht zuletzt durch das enorme Medienecho für die Crowdfunding-Initiative.

Eine kleine Auswahl der Berichte über den Mesnerhof und „Save the Heustadl“:

Übrigens, ich habe mich auch schon beteiligt und eine Nacht im Retro-Chalet als Dankeschön(s) erhalten.  Wer mitmachen will: Mesnerhof auf startnext

Skandinavien

Coole Idee: “Sie werden gleich mit irgendeinem Schweden verbunden.”

Die Schweden sind immer wieder für Überraschungen gut, das durfte ich während meines Auslandssemester in Kalmar (Südschweden) hautnah erleben.

Ab jetzt kann man Schweden anrufen. Die Nummer lautet: The Swedish Number | +46 771 793 336

Die Schweden Werbung hat eine Telefonnummer kreiert, die zu einer zufällig ausgewählten Person irgendwo in Schweden verbindet.  Natürlich ist es Marketing, aber richtig gutes Marketing. Eine schwedische Lokalzeitung berichtet, dass sich bereits über 500 Schweden per App angemeldet haben, um Interessierten aus aller Welt ihr Schweden zu erklären.

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Gefunden habe ich diese lustige Idee im “die Zeit” Blog – mehr erfahren

 

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Der Design-Geheimtipp in Wien: Das Hotel Beethoven

Seit Jahren lebe ich jetzt schon in Wien, doch mein Entdeckerinnenherz verschlägt mich immer wieder in unbekannte Ecken und neue Betten. Denn ganz besonders gerne übernachte ich in Wiener Hotels, diesmal im Hotel Beethoven. So quasi Ferien in der eigenen Stadt.

Das Hotel Beethoven: Hinter historischen Mauern liegt eine sinnliche Zauberwelt.

Barbara Ludwig, das Herz und die Seele des Hotels, renoviert mit viel Liebe zum Detail seit Jahren das Haus in der Papagenogasse im 6. Wiener Gemeindebezirk. Ursprünglich ein Bordell, trachtet sie danach, ebendiese Sinnlichkeit in die neu ausgestatteten Zimmer zu transportieren.

Wir haben in einem der Zimmer im 6. Stock, der obersten Etage, mit Blick über die Dächer der Stadt genächtigt. In den Räumen wird viel mit gewagten Farbkombinationen, mit ausgefallenen Materialien und tollen Tapeten gearbeitet. Diese sind auch von der Haptik sehr aufregend, also nicht nur ein Hingucker, sondern auch ein Hingreifer.

Das Design im 6. Stock stammt von der Firma Quas.

Bilder und Informationen zur Renovierung des 5. Stocks finden Sie hier.

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Bach neben der Skipiste – Arlberg 1800

Es gibt nicht viele Menschen, die ihre Leidenschaften richtig leben. Florian Werner ist jedoch so einer.

Geboren in einer Arlberger Hoteliersfamilie, hat er 1997 den elterlichen Betrieb, das Hospiz Arlberg übernommen. So richtig gepackt hat in die Kunst und nun hat er in St.Christoph das arlberg1800 eröffnet, eine “Contemporary Art & Concert Hall”.

Das Ziel ist, jungen, aufstrebenden Künstlern eine Plattform für Konzerte, Ausstellungen und Veranstaltungen zu bieten. Die mehr als 1000m² des Kulturzentrums befinden sich teilweise unterirdisch. Eine zeitgenössische, reduzierte Architektur (Architekt Jürgen Kitzmüller) bieten den adequaten Rahmen für viel Sichtbeton und hochwertige Holzpanele. Ein aufwendiges Lichtsystem und eine ausgeklügelte Akustik sind Teil des Konzeptes.

Noch buhlt das Haus  mit dem Schnee um Gäste, doch ich hoffe sehr stark, dass immer mehr Gäste diese Alternative nutzen und Urlaub neben dem sportlichen auch einen kulturellen Aspekt hinzufügen.

 

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Weitere Berichte: Zeit.de, ÖHT Blog

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Mühlviertler Hide away – der Mühltalhof

Nördlich von Linz, im tiefsten Mühlviertel, liegt malerisch am Fluss der Mühltalhof. Für Gourmets wie meinem Mann ein Sehnsuchtsort, für mich ein Hotel, dass man gesehen haben muss.
Hier dreht sich alles ums Essen und Ruhe. Schön ist das.

Die Lage macht es so besonders, ruhig plätschert die Mühl dahin. Manche Zimmer orientieren sich komplett am Wasser und die kleine Wiese mit perfektem Rasen ruft mir im November noch zu: „Los ab ins Wasser!“
Das Diner war himmlisch. Regionalität ist die Maxime und selbst aus der gemeinen Erdäpfel konnten sie ein Gedicht zaubern, als Amuse Geule gab es Erdäpfel in Rapssamen mit Sauce hollandaise. Die liebevolle Regionalität im Haus lässt selbst das rauhe Mühlviertel in einem weicheren Licht erscheinen.

Hotel Facts:

Architekt: Klaus Leitner
Baujahr: 2008
Preise: ab 120€ im DZ inkl. Frühstück
Lage: Neufelden – im oberösterreichischen Mühlviertel, 35 km nördlich von Linz
USP: Küche mit 3 Hauben & Lage an der Mühl

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Grand Ferdinand am Schubertring in Wien

Florian Weitzers nächstes Hotel eröffnet im Oktober am Wiener Schubertring: Das Grand Ferdinand. Es verfügt über 188 Zimmer, mit 4 Suiten und drei Restaurants. Das Highlight ist der Rooftop-Pool, ein USP am Wiener Hotelmarkt. Erste Bilder sind hier zu sehen:

(Bilder: Grand Ferdinand)

Hotel Facts:

Website: http://grandferdinand.com/

Architektur: Atelier Heiss

Preis: ab 198€ im DZ

Zimmer: 188

Eröffnung: Oktober 2015

Adresse: Schubertring 10-12, 1010 Wien

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Übernachten in der Essig Brauerei Gegenbauer | Wien

Erwin Gegenbauer verwandelten gemeinsam den Architekten heri&salli  eine Wohnung in der Essig-Brauerei Gegenbauer in designte Räume mit Ziegelwänden und Vollholzbetten aus sibirischer Lärche.  Auch ohne Hotel im Hintergrund, wird den Gästen einiges geboten: Man läuft der Familie über den Weg, kann sich die Produktionsräume ansehen, genießt die handgemachten Produkte der Gegenbauers (Brot, Honig etc.) und vieles mehr.

Buchen kann man über AirBnB, Booking, Wimdu

(Bilder von AirBnB)

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Braga | Portugal

Meine Homepage fein.gestalten wurde von einem portugiesischen Team in Braga (ein Stadt im Norden Portugals) entwickelt. Bei unserer Portugalrundreise besuchten wir die ITler.

Braga ist eine Universitätsstadt, gleichzeitig bietet es wahre Schätze an Sehenswürdigkeiten.

Bei den Bilder zu sehen ist:

  • Bom Jesus do Monte Wallfahrtskirche (ca. 5 km nordöstlich von Braga) mit Elevador do Bom Jesus und Via Sacra mit 600 Stufen und 14 Stationskapellen
  • Praça da República (Hauptplatz im Zentrum)
  • Kathedrale Sé Velha

 

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Im Theater zu Hause das Hotel Teatro Porto | Portugal

Porto, eine größere Stadt im Norden Portugals ist für den Hafen und die rauhen Sitten gekannt. Wir entdeckten besondere Hotelkonzepte und nette Restaurants. Zuerst verbrachten wir eine Nacht im Hotel Teatro und anschließend im Casa da Conto.

Theater auf die Fahnen geheftet.

Zuerst war ich nicht so überzeugt, ob eine Inszenierung als Theaterhotel wirklich gut klappen könnte, doch fühlten wir uns im Hotel Teatro so wohl, dass meine Bedenken augenblicklich schwanden.

Es wurde mit viel Gold und dunklen Materialien gearbeitet. Etwas düster, aber dafür umso geheimnisvoller.
Einblicke in die Welt des Theaters erhaschte man durch Vitrinen, in denen alte Kostüme ausgestellt werden. Schwere Vorhänge zonierten die Räumlichkeiten. Wie eine Diva fühlte man sich im Zimmer, üppige Materialen und eine goldene Badewanne hinterließen ein Gefühl von in Champagner baden zu wollen.

Genauso ist Porto,  eine Bühne. An manchen Ecken düster, an anderen Ecken sehr schmuck. Ein tolles Konzept für ein außergewöhnliches Hotel.

Hotel Facts:

Homepage: http://www.hotelteatro.pt/
Zimmer: 74
Kategorie: 4-Sterne
Eröffnung: 2011
Preis: ab ca. 120€

|Aufenthalt März 2014 – Hotel Teatro – Porto –  Portugal|

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Erfahrungsbericht Hotel: L´and Vineyards | Montemor-o-Novo | Portugal

Das Buch “Once in a lifetime” hat mir diese Laus ins Ohr gesetzt. Ja, das Hotel “L´and Vineyards” ist fotogen, sehr fotogen. Das Hideaway befindet sich eine Stunde östlich von Lisabon in Montemor-o-Novo, einer kleinen portugiesischen Stadt im Weinbaugebiet.

Großzügigkeit auf allen Ebenen

Die Architektur der Häuser ist modern, schlicht und beeindruckend großzügig. Unser “Zimmer” hatte zwei Trakte mit jeweils einem Schlafzimmer und einem Bad. In der Mitte befand sich ein Atrium mit einem wunderschönen Baum, ein Speisezimmer mit vier Sesseln, Platz für acht bis zehn Personen, ein großzügiges Wohnzimmer, eine Terrasse mit einer Feuerstelle, sowie ein kleiner Garten. Jedes der Zimmer ist so oder ähnlich angelegt, bessere Kategorien bieten einen Sternenblick über dem Bett. Soweit so schön. Wirklich schön! Das Haus ist etwas ganz besonderes. Deswegen schmerzt meine Kritik umso mehr.

Also kurz und knapp:

  • Großzügigkeit kann auch zu viel werden. Unser Hotelzimmer war doppelt so groß wie unsere Wohnung in Wien. Zu zweit kann man sich da schnell mal verloren vorkommen.
  • Andere Gäste zu sehen tut der Seele gut, da fühlt man sich nicht so alleine auf dem großen Anwesen. Es erhöht auch das Gefühl von Sicherheit.
  • Zwischen dem Haupthaus und den Zimmern liegt der Hotelpool, an sich absolut fotogen und großzügig. Sich jedoch im leicht bekleidet in die Hauptverkehrszone der wenigen Gäste zu legen, ohne Nischen und Schutz könnte nicht jedermans / jederfraus Geschmack sein.
  • Ein Hideaway ist für mich auch ein Ort zum Lesen. Lichtquellen sollten nicht nur nach Design, sondern auch nach Funktion ausgewählt werden. Dem Hotelmanagement war dieses Problem besonders im Schlafzimmer, im Wohnzimmer und in der Hotelbar bewusst, doch andere Lampen hätten den Gesamteindruck zerstört. Zugegeben, wenn man Portugiesisch nicht versteht und Spanisch nur mäßig, werden die Abende ohne TV und Bücher ganz schön lang.
  • Technik begeistert. Stimmt, aber der Satz müsste heißen: Funktionierende Technik begeistert. Jeder Gast bekommt bei der Anreise ein ipad in die Hand gedrückt. Wir haben zwei bei der Rezeption getauscht, ehe eins funktioniert hat.
  • Das Restaurant und Schwangere. Ich war während unseres Besuchs schwanger (unübersehbar, mit deutlicher Kugel) und mir wurde bei jedem Gang Wein angeboten, ebenso Weichkäse aus unpasteurisierter Milch und roher Schinken. Für uns sehr befremdlich, denn in Österreich sind viele Restaurants auf das Thema sensibilisiert, aber ich möchte es ihnen nicht passé zur Last legen, vielleicht empfehlen die portugiesischen Ärzte bei einer Schwangerschaft andere Dinge und man darf Alkohol trinken, rohes Fleisch und Rohmilchkäse essen.
  • Der beheizte Klositz. Kannte ich bis dato auch nicht, ob der Mehrwert in einem südlichen Land wie Portugal gegeben ist, stelle ich mal in Frage.

 

Hotel Facts:

Homepage: http://www.l-andvineyards.com
Zimmer: 22 Zimmer
Preis: ab 150 € im DZ
Architektur: Marcio Koga

|Aufenthalt März 2014 – L ´and and Vineyards –  Portugal|

Asia, Erwartungen an Hotels, Europa, Friends advice, Hotel & Technik, Hotels

Die Sache mit den Erwartungen

Mein schlechtes Gewissen meldet sich beim Erfahrungsbericht von Hannes. Wir hatten seine Erwartungen ans W Istanbul ins Unermessliche gesteigert.

Unsere Geschichte: Mein Mann bekam zu Weihnachten 2010 einen Reisegutschein nach Istanbul . Die Hotels waren ihm unbekannt. Ebenso wie Hannes waren wir Hotelhopper, zuerst in einem günstigen Haus direkt neben der blauen Mosche, dann drei Nächte im W Istanbul, damals noch im Eröffnungsangebot. Nach dem 1. Hotel war das W einfach nur der Knaller. Zusätzlich hatten wir ein Gartenzimmer mit einer Raumhöhe von gefühlten 4 m und einem eigenen Garten. Der Reisezeitpunk war kurz vor unserer Hochzeit, wir waren in einer aufgeregten Flitterstimmung. Mit diesem Gefühlsmix erlebten wir das W als wunderbaren Rückzugsort in der regnerischen, nasskalten Stadt.

Die Menschen stehen dahinter:

Gefühle beeinflussen Hotelerfahrungen und Hotelgeschichten. Aus diesem Grund werfe ich auf Skalenbewertungen von 1-5  immer ein skeptisches Auge. Man kann nicht frei von seiner Geschichte / Hintergründe / Erfahrungen / Stimmungen berichten. Wer dies behauptet, liegt schlicht und einfach falsch. So auch Hannes und Linda, zuerst waren sie im sehr netten, neuen Mama Shelter und vom Mama Shelter ins W war kein so großer Sprung wie von unserem Hotel ins W. Erfahrungen werden verglichen.
Zusätzlich haben wir in einer rosa getränkten Flitterwolke über das W Istanbul berichtet. Um den Dingen auch noch die Krone aufzusetzen, sind vier Jahre dazwischen gelegen. Damals war das W Istanbul neu eröffnet und spektakulär. Bei dieser Art von Designhotels sind vier Jahre eine lange Zeit und der Zahn der Zeit nagt stark.

Freunde und Hotelempfehlungen:

Eindringlich bewusst geworden, wie heikel Hotelempfehlungen sind, wurde mir während meiner Hotelforschung. Ich saß Hotelgästen gegenüber, die mir einen neuen Punkt aufzeigten: Hotelempfehlungen sind “gefährlich”. In den Urlaubswelten will man dem Alltag entkommen, etwas Neues erleben und seiner sozialen Einbettung auch mal entkommen. Zurück zu Hause passt diese Urlaubswelt nicht immer mit der Freundeswelt überein. Deswegen nehmen sich manche Menschen mit Hotelempfehlungen stark zurück. Zumal man auch nicht die Verantwortung des Urlaubsglück anderer übernehmen möchte. Ich fühl mich jetzt auch nicht wohl in meiner Haut, dass Hannes und Linda enttäuscht vom W sind, schließlich war es meine Empfehlung.

Wenn man das weiter denkt, ist es ein herber Schlag für Facebook & Co, den sie werben mit der Imitation des Freundeskreises. Dies mag auch bei Produkten stark zutreffen, bei Restaurants würde ich es voll und ganz unterstreichen, aber bei Hotels bin ich mir unsicher. Zum Teil werden die Ideen schon aufgegriffen, aber auch abgelehnt a la – “die waren in diesem Hotel, na dann fahren wir dort nicht hin“.

Der Erfahrungsbericht: 

Hallo,

Es ist an der Zeit einen Review zu schreiben, schließlich waren wir zu Ostern in Istanbul. Aber vielleicht war es gut die Dinge in diesem Fall etwas liegen zu lassen.

 

Unser erstes Hotel war das Mama Shelter, dessen größtes Plus definitiv die extrem zentrale Lage ist. Es ist direkt an der İstiklal Cd gelegen, der zentralen Straße zum Flanieren, Einkaufen, Kunst anschauen, Essen, Kaffee, Wein, Bier und Cocktails trinken.

Das Zimmer war nicht besonders groß aber durchdacht und schön anzusehen, mit Balkon und direktem Ausgang auf die sehr große Dachterrasse, von der man einen schönen Ausblick auf die Stadt hat. Auf der Dachterrasse gibt es auch eine große Bar, die noch nicht in Betrieb war – zu kalt noch um diese Jahreszeit. Wir hätten gerne dort ein paar Drinks genommen, im Sommer sicherlich eine tolle Sache, wenn gleich der Lärmpegel im Zimmer einiges höher sein wird. Aber das ist eh egal angesichts der Musik aus einer Disko oder einem Club in der Nähe, die die halbe Nacht mit ziemlicher Lautstärke dröhnte. Im Restaurant waren wir auch, nicht besonders gut besucht wohl weil es zu viele interessante Lokale in Istanbul gibt. Es wird versucht die türkische Küche neu zu interpretieren mit spannenden Details, geschmacklich gelungen ist es nicht ganz. Aber definitiv ein schicker Platz zum Abhängen nach langen Wanderungen durch die Stadt.

Unser zweites Hotel war dann das W, im Istanbul Wallpaper hoch gelobt für das Design, von Dir ebenso. Dementsprechend waren unsere Erwartungen sehr sehr hoch. Das Hotel liegt vom Zentrum einige Kilometer abseits in einer Gegend, die wir ganz spannend und nett gefunden haben – interessante Lokale, Galerien, Märkte in Gehweite, wenn man bereit ist etwas länger spazieren zu gehen. Das Gebäude ist ein Neubau im Kolonialstil? sowie alle entlang der Straßen im Umkreis von ein paar hundert Metern. Der Eingangsbereich ist cool wie immer, aber am Weg zum Zimmer läuft man plötzlich Stiegen rauf und runter um zum Lift zu kommen – wer hat das bitte geplant? Idiotisch. Der Barbereich ist cool und stimmig wie man das halt von W gewohnt ist. Das Zimmer im unverkennbaren W Style mit leichten türkischen Einflüssen, mit Balkon, der zwar nett war aber nicht so nett, das wir ihn auch genutzt hätten. Beim Zimmerdesign hat mich das Gefühl beschlichen das etwas altmodisch ist, inkonsequent im Design und der Ausführung. Liege ich da falsch mit diesem Eindruck? Veraltet ist auf jeden Fall der Stecker für iPod/iPhone – wer bitte hat noch den alten Apple Stecker? Es gibt seit 3 Jahren einen neuen Stecker von Apple und die große Mehrheit der W Kunden hat wohl ein neues Modell. Wer schläft da bitte?
Der Access Code fürs WLAN ging nicht, das Personal war erwartungsgemäß sehr bemüht das Problem schnell zu lösen, was natürlich auch gelungen ist. Restaurant gibt es keines, dafür eine ganze Zeile von Lokalen und Geschäfte im Erdgeschoß des Hotels. Der Kaffee in einem Lokal war sehr gut, das Abendessen in einem anderen dafür eher desaströs – das Service hat gar nicht geklappt und was auf dem Teller landete sehr lau. In Istanbul kann man um das gleiche Geld sehr viel besser essen – Tipp Münferit – großartig und sehr stimmig.

Am Endes Tages waren wir vom W enttäuscht, vielleicht lag es einfach an den hohen Erwartungen. Unserer Meinung nach ist das Mama Shelter die bessere Wahl für einen Besuch von Istanbul. Eindeutig. Und wesentlich günstiger.

Liebe Grüße,

Hannes

 

Mein Archiv brachte noch diese Bilder zum Vorschein:

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Hotel LONE im kroatischen Wald

Kinder verändern Urlaubsgewohnheiten, so auch bei uns. Statt einer Entdeckungsreise in Übersee besuchten wir das schöne Kroatien. Wie könnte es bei mir anders sein, die Idee Kroatien kam erst an zweiter Stelle, an erster Stelle stand das Hotel, das LONE.

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Vor vier Jahren eröffnet, sehr schön gelegen im kroatischen Wald fußläufig nahe Rovinj, ist es wirklich ein Traumhotel. Unser Sohn fühlte sich sofort wohl und krabbelte aufgeregt das Zimmer rauf und runter. Zum wahren Genuss von uns war es babyfreundlich möbliert und er konnte sich nicht wehtun, wenig kaputtmachen und wir genüsslich entspannen.LONE-RosaPfeffer3
Nun ans Eingemachte. Das Haus liegt wunderschön im Wald, ganz nahe zur Küste. Die Architektur erinnert an ein Schiff und ist auch nicht zu auffällig oder störend im Küstenabschnitt, dezent und nachhaltig. Es gibt vier Restaurants im Hotel. Jedes offeriert eine andere Küche. Bei unserem Besuch waren diese Restaurants nur abwechselnd geöffnet und als Gast erwies es sich gar nicht so leicht herauszufinden, welches Restaurant nun offen oder geschlossen war. Zusätzlichen variierten die Öffnungszeiten stark – einmal bis 15 Uhr den nächsten Tag bis 17 Uhr. Ich erzähle dies so ausführlich, weil es stark mit der Architektur zusammenhängt. Und zwar das Haus hat sechs Stockwerke und liegt im Hang. Deswegen befindet sich die Rezeption rückseitig zur Straße auf der Etage 2. Unser Zimmer lag im 3. Stock. Restaurants befanden sich im Erdgeschoss, im 1. und 2. Stock, sowie am Pool. Der Frühstücksraum lag im 1.Stock. Soweit etwas verwirrend. Aber daraus ergibt sich, dass man so gut wie nie an der Rezeption vorbei kommt und auch keine Informationen erhält, was denn eigentlich im Hotel los ist. Die Rezeption ist baulich bestens platziert, im Mittelpunkt des Hotels, doch gesellschaftlich absolut abgelegen. Somit ging auch der Informationsfluss zwischen Gästen und Hotel verloren. Schade. Die anderen Abteilungen (Spa, Restaurants, House Keeping) wussten nichts voneinander. Informationen gab es auch keine im Lift oder an Tafeln. Somit entging dem Hotel ziemlich viel Umsatz an F&B, weil der Kontakt zwischen Gästen und Hotel auf ein Minimum gehalten wurde.

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An dieser Stelle sei noch angemerkt, das Hotel hat ca. 260 Zimmer auf fünf Etagen und nur vier Aufzüge. Diese Aufzüge konnten das Gästeaufkommen des nicht vollständig ausgelasteten Hotels bewerkstelligen. Es kam zu längeren Wartezeiten und so stieg man einfach nicht im 2. Stock aus um etwas zu erfragen. Das Treppenhaus war auch nicht anreizend genug gestaltet um die Treppe zu nehmen, bzw. für uns mit Kinderwagen viel zu aufwendig. Zusätzlich hatte die F&B Abteilung noch einen Schwachpunkt, die Gerichte wechselnd sich nicht ab. Nach wenigen Tagen hatten wir die Speisekarte rauf und runter gegessen und entschieden uns für Restaurants in Rovinj.
Die Geschichte ist noch nicht zu Ende: Das Restaurant L ist eines der schönsten, die ich je besucht habe. Wir wären auch gerne öfters hingegangen, aber die Speisekarte hat einem einiges abverlangt, nicht nur finanziell, sondern auch von den fancy Gerichten. Einmal im Urlaub schön, aber dann greift man doch wieder gerne zu Klassikern. Also auch hier ließ man viel Potenzial liegen.

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Zurück zu den Aufzügen. Es war wirklich eine Qual. Man stand da drückte den Knopf und musste seinen Kopf wie wild verdrehen um zu erraten, welcher Aufzug kommen würde. Dabei gab sich der zur Verfügung stehende Aufzug erst in letzter Minute zu erkennen und peinlicherweise ist uns auch so mancher Aufzug entwischt, weil zu langsam oder wir am anderen Ende gestanden sind. Nach ein paar Tagen macht einen das wirklich wahnsinnig und das ansonsten so tolle Hotel verliert an Charme.
Gleichzeitig gab es einen Kongress im LONE. Banker/innen tummelten sich überall und mussten alle gleichzeitig im Kongresssaal/Restaurant sitzen. Das hat nicht zur Entspannung an der Liftsituation beigetragen. Ebenfalls wird die Urlaubsstimmung deutlich schlechter, wenn aufgebrezelte Banker/innen nervös im Ferienhotel am Meer herumjagen. Diesen Gästemix hätte man besser auf die vier Restaurants aufteilen können, um die Interaktion zwischen den unterschiedlichen Bedürfnissen geringer zu halten.

Begeistert hat mich die Ausstattung des Hotels, es gab eine gute Mischung zwischen den Materialien. Glatt und Struktur. Auf den Bildern hätte man vermuten können, dass es zu kalt werden würde. Aber die Hoteliers haben es gut geschafft eine Balance zu finden. Wunderschön ist auch das Spa, mit tollen Rückzugspunkten, einem großen Hallenbad und verschiedenen Saunas.

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Gut gefallen haben mir auch noch die Sitzgruppen bei der Rezeption. Jede Sitzgelegenheit hatte ein bis drei kleine schwarze Lacktische auf denen man mit weißen Edding Stiften malen konnte. Dies wurde von den Gästen geradezu euphorisch angenommen und alle paar Stunden entstanden eindrucksvolle Kunstwerke.

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Hotel Facts:

Homepage: http://www.lonehotel.com

Eröffnung: 2011

Kategorie: 5 Sterne, gehört zur Maistra Gruppe

Lage: Mitten im Waldpark Zlatni Rt, 200m zum Meer und nahe von Rovinj

Zimmer: 236 Zimmer inkl. 12 Appartments

Preis: ab ca. 160€ im DZ

Architektur: 3LDH

Interior Design: Numen/For Use – Sven Jonke, Nikola Radeljković, Christof Katzler

|Aufenthalt Mai 2015 – Hotel Lone – Rovinj – Kroatien|

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Ein Wellness-Hotel wird erwachsen – eine Nacht im Rogner Bad Blumau

Julia besucht das Rogner Bad Blumen, ein Lokalaugenschein:

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Betrachtet man die vielen Wellness Hotels und Resorts die in Österreich noch immer wie die Schwammerl aus dem Boden schießen, überkommt mich immer auch ein mulmiges Gefühl. Was passiert denn damit in 20 Jahren?

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(Fotos: Rogner Bad Blumau)
Nichts ist schlimmer als ein in die Jahre gekommener Wellness Bereich. Hinzu kommt auch noch, dass die Wellness Trends so furchtbar vergänglich sind – in den 90ern waren es Karibik Feeling und ein Wellenbad, das unsere Alltagssorgen hinfortgeschwemmt haben — heute schwedische Schwitzhütten und asiatisch inspirierte Architekturen.
Viele Wellness Hotels haben die Nachhaltigkeit für sich gepachtet – so auch das Rogner Bad Blumau. „Ich war schon vor zehn Jahren dort, aber heute ist es schon alt“, macht mir eine Arbeitskollegin Lust auf meinen zweitägigen Abstecher in die Steiermark.
Doch was Hundertwasser und Robert Rogner vor bereits 18 Jahren (im Mai feiert man Geburtstag) gebaut haben, hält auch heute noch. Die Architektur ist genial. Ein Aufenthalt dort wird alleine schon deshalb zum Erlebnis und wird es bestimmt in vielen Jahren noch sein. Die Therme zu erkunden gleicht fast einem Besuch in einem Museum. Außerdem wird nicht vergessen zu reinvestieren, seien es in neue Becken oder Ausbauten im Saunabereich, frischer Farbanstrich im gesamten Hotel – von den Zimmern bis zum Restaurant.

Gut finde ich auch die Investition in hochwertige Möbel, wie in den Restaurant-Bereichen. Die Zimmer sind mit Möbel von Grüne Erde ausgestattet – zugegeben heute vielleicht nicht mehr so im Trend, aber gute Holzmöbel fangen nicht zu klappern an. Und kombiniert mit frischem Anstrich und ein paar neuen Sesseln wirkt es gemütlich und geschmackvoll.

Die Nachhaltigkeit kommt auch beim Energiekonzept zum Tragen. Dank eigener Heilquelle kann sich das Hotel komplett autark versorgen. Das ist schon besonders schön und man entspannt gleich noch viel lieber.

Es lohnt sich in gute Architektur und Konzept zu investieren – um auch über die Jahre fernab von Klischees seine Gäste begeistern zu können. Da hat Robert Rogner einiges richtig gemacht, als er beschlossen hat, mit Friedensreich Hundertwasser seine Visionen zu verwirklichen.

Da hat mich das verlassene Wellenbecken gar nicht mehr so gestört. Das gibt es dort nämlich auch noch.

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Hotelbooklet: Die Kunst der Vielgestalt – Hotel Nala Innsbruck

Mit Dr. Gabriele Reiterer zu arbeiten,  ist die reine Freude.  Bei ihr entstehen schöne Dinge. Wie zum Beispiel dieses druckfrische Booklet: Die Kunst der Vielgestaltet – nala – Hotel mit Weitblick.

Zu Beginn sollte es ein Booklet über die Geschichte des Innsbrucker Hotels Nala werden; ein kleines, sehr feines Give-Away für Stammgäste, Kunden, Lieferanten. Jedoch hat der Haymon Verlag  den Wert des Büchleins sofort erkannt und in sein Programm aufgenommen.

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Die Kunst der Vielgestalt. Nala.
Hotel mit Weitblick

2015 Haymon Verlag Innsbruck
Idee, Konzept und Text: Gabriele Reiterer
Visuelle Konzeption: Gabriele Lenz und Elena Henrich, Lenz+ Wien
Mitarbeit Marke und Image: Dr. Barbara Guger

Gabriele Reiterer und ich sind ein eingespieltes Team und bieten folgende Leistungen gemeinsam an: Hotel-Checks und Imagestudien mit praxisrelevanten Handlungsempfehlungen, Booklets als imagebildendes Kommunikationsmedium, Workshops und Vorträge zu den Themen: Bauen für Gäste, Hotel als Beziehungsraum, und die Kunst Gästeerwartungen zu steuern. Nähere Information erhalten Sie in einem persönlichen Gespräch mit uns.

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Der Familienbetrieb eine eigene Persönlichkeit

Dr. Hartl von der ÖHT stellt meine Forschungsarbeit auf dem ÖHT Blog vor.

“Obwohl ein Hotel „nur“ für eine temporäre Unterbringung von Reisenden vorgesehen ist, wird diese Unterkunft gerade im Urlaub emotional mit unterschiedlichen Bedeutungen aufgeladen. Die Dissertation von Barbara Guger gibt da einige Einblicke in tiefer liegende Motive.

Die Gäste vermenschlichen das Hotel und sehen es als etwas Aktives, Lebendiges, Freundliches. Der Gast betritt ein Hotel aber auch nicht unvoreingenommen, sondern er bringt seine Persönlichkeit, seine Erfahrungen, seine Motivationen, seine Erwartungen, seine eigenen Ansprüche und natürlich auch die seines Partners mit. Die Gäste suchen nicht nur ein Hotel, sondern ein Hotel, das zu ihnen passt und das ähnlich einem Partner ausgesucht wird.

Entscheidungskriterien sind vordergründig der Zimmerpreis, die Hotelkategorie, Empfehlung,  persönliche Beziehung zum Haus/Ort und Attraktivität und natürlich auch die Präsentation im www.  

Von Interesse ist aber auch, dass ebenso die Hotelgröße in die Ent­scheidungs­kriterien einfließt. Ein kleines Hotel wird durchaus dezidiert gesucht, um in einer heimeligen, familiären, individuellen Atmosphäre zu wohnen oder der Standardisierung von großen Hotels oder Kettenhotels zu entgehen.

In einer Welt zunehmender Standardisierung und Technisierung wird im Urlaub die Gegenwelt gesucht. Es geht um die Gefühlswelt der Gäste: Sich willkommen und angenommen fühlen, umsorgt werden und persönliche Beziehungen zum Hotel, den Gastgebern, den Mitarbeitern entwickeln. Dazu sind doch unsere vielen Familienbetriebe prädestiniert.” (Quelle: ÖHT Blog)

Bild: Hotel Ogris am See

 

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Ein Pensionistenheim im Wandel – das Hotel magDAS Wien

Die Caritas hilft. Diesmal in Form eines Hotels. Hier arbeiten 25 Flüchtlinge und Asylwerber aus aller Welt. Passend zur Social Responsibility hat sich das Architekturbüro “Alles wird gut” (wie passend der Name doch ist) pro bono für die Umgestaltung entschieden. Unterstützt hat das Projekt die Akademie der bildenden Künste, Daniel Büchel, Priscilla & Pat, pkf hotelexperts und viele andere.

Im magDAS ticken die Uhren anders, auch die Finanzierung war etwas Kreativer. Die Cartias hat 1,5 Mio in die Hand genommen und ein kleiner Teil konnte durch Crowdfunding  abgedeckt werden. Die Crowd ist längst als Stammgast eingezogen und wer könnte ein besserer Markenträger sein, als Investoren.

Ich war bereits zweimal im magDAS und finde es einfach spitze. Die Brownie-Torte ist köstlich, besonders wenn man in der Sonne auf der Terrasse mitten im Grünen sitzt.

Ein sehr spezieller turn-around war für mich die Gestaltung, innen wirkt es wie ein trendiges Hotel, aber durch den sozialen Hintergrund und die Verantwortung gewinnt es dermaßen an Zuneigung, dass ähnliche Hotels in der Sekunde an Sympathie verlieren. Interessant.

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DIE IDEE

magdas HOTEL ist ein Social Business, das auf Kooperation, bestehenden Ressourcen und einer gesellschaftlichen Vision aufbaut. Flüchtlinge, Freiwillige und Profis aus der Hotellerie entwickeln aus einem ehemaligen Pflegeheim am Wiener Prater ein Grand Budget Hotel. Unter Verwendung bestehender Ressourcen und Spenden wird in einem Upcycling-Prozess ein lebendiger, zeitgemäßer Begegnungsort für Flüchtlinge, StudentInnen und TouristInnen aus aller Welt geschaffen.

magdas HOTEL mit 80 Zimmern, Garten, Café, Lounge, Artist-In-Residence und Bibliothek wird zu einem kulturellen Meeting Pot. Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien, Somalia, Irak und anderen Krisenregionen wohnen und arbeiten im Hotel und treffen dabei auf Geschäftsreisende, Familien, StädtetouristInnen und Kulturinteressierte aus aller Welt. Ein soziales Unternehmen, das Kulturen verbindet, Chancen kreiert und einen lebendigen Ort der Begegnung schafft.

Projektteam

Caritas Services GmbH – Andrea Visotschnig, Michael Kleinbichler, Clemens Foschi u.a.
AllesWirdGut-Architekten (Planung+Gestaltung) – Friedrich Passler, Johanna Aufner
Akademie der Bildenden Künste Wien (Fassaden-/Zimmergestaltung, Artist in Residence Programm) – Andrea B. Braidt
PKF Hotel Experts – Gisela Loidolt, Michael Widmann
– Daniel Büchel (Gestaltung, Upcycling)
PRISCILLA & PAT – Cloed Baumgartner” (Crowdfunding)

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Mitten in der Stadt zu Hause – The Guesthouse Vienna

The Guesthouse Vienna trifft mit seinem Anspruch, sich wie das eigene Zuhause anzufühlen, den Nerv der Zeit: Reisen soll gleich vom ersten Tag an mit einem Ankommen verbunden sein. Bei sich selbst, bei Freunden und das selbst dann, wenn man nur kurz in der Stadt ist. Zum gemütlichen Wohnen gehört auch die Möglichkeit, Freunde aufs Zimmer einzuladen – wie daheim eben. Eine überraschende und zugleich unaufgeregt elegante Formensprache zeichnet die Gestaltung des Hauses aus. Die Innenarchitektur stammt vom britischen Designer Sir Terence Conran und Conran & Partners, sie verbindet Trendbewußtsein, Komfort und Funktionalität zu einem ganz eigenen Stil.“ (Quelle: The Guesthouse)

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Vor ein paar Wochen waren wir mit Freunden im The Guesthouse (Brasserie & Bakery) frühstücken und wir sind begeistert. Wie schön, das Frühstück wird serviert, kein Buffet – diese Buffets dieser Welt sind nichts für mich. Ich habe gerne eine kleine, schöne Auswahl der wirklich wichtigen Dinge, gute Eier, duftes Brot, frischer O-Saft und etwas Süßes. Auf All-you-can-eat und Tetrapackeiern kann ich im Gegenzug gerne verzichten.

Die Atmosphäre hat uns nicht mehr losgelassen und so sind wir Stunden geblieben. Das Restaurant erinnert leicht an eines James Bond Film, mondän, aber nicht aufdringend.

Einige Tage später hatte ich eine Führung im Hotel. Und jetzt beginne ich zu schwärmen, diese Zimmer – einfach toll. Ein Highlight sind die Fensternischen, hier lümmelnd und das Getümmel am Albertinaplatz verfolgen, einfach klasse (nicht einmalig, das Topazz bietet ebenso „Augen“ in die Stadt). Quasi Balkonien in der Stadt: Sicht und lärmgeschützt im Inneren spielt die Stadt ihr schönstes Spiel vor den Füßen ab.

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Bei den Suiten wollte man zu viel, sie sind schön, keine Frage, aber eine Kategorie darunter ist man besser aufgehoben, denn es ist heimeliger.

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Einzig die Bildauswahl im Hotel ist für mich etwas zu heftig, aber über Kunst lässt sich nicht streiten.

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Ein Tipp für die Wiener/innen: Für das Frühstück unbedingt reservieren.

Hotel Facts:
Homepage:  www.theguesthouse.at
Zimmer: 39
Design: Sir Terence Conran und Conran & Partners
Preis: 235€
Eröffnung: 2013

Europa, Hotelarchitektur, Hotels, Hoteltrends, Lieblingshotels, Südeuropa

Balkonien II – “Unser bevorzugtes Dekorelement ist die Aussicht”

Balkonien ein Trend, den der Tourismus verpennt” hat Promomasters vor kurzem geschrieben, heute kommt ein tolles, positives Beispiel aus Südtirol. Ein Newsletter vom Pregola Residence aus Meran/Südtirol ist bei mir reingeflattert mit dem Wortlaut: “Unser bevorzugtes Dekorelement ist die Aussicht”. GENAU, und diese lässt sich mit den wunderbaren Balkonen/Terrassen himmlisch genießen. Ich hoffe ich kann auch bald mal dort zu Gast sein!

 

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Übrigens, das Pergola Residence hat die Homepage neu gestaltet – ein MUST SEE, tolle Texte, super Bilder und technisch schön gelöst. Meine Gratulation!

 

Erlebte Hotels, Europa, Hotels, Südeuropa

Im babyblauen Himmel |LX Boutique | Lissabon | Portugal

Aus mir unbegreiflichen Gründen (lol) verfolgt mich babyblau. In Wien erstrahlt eines meiner Lieblingslokale in dieser Farbe (Cafe Himmelblau) und  nun hat in Lissabon hat das LX Boutique Hotel in den Farbtopf gegriffen, es kombiniert dunklere Blautöne, gerne auch im Streifendesign und wirkt so modern und klassisch gleichzeitig. Lustige Details wie ein aufgemalter Hund beim Eingangsbereich (siehe Bild unten) lockern die doch etwas britisch angehauchte Atmosphäre auf, Ziel der Designer war doch jedoch, das Portugisische hervorzukehren. Ganz besonders schön sind die Wandtapeten in typischer Fliesoptik im Stiegenhaus. Durch die Kleinteiligkeit des Hotels wirkte es sehr familiär. Nachdem ich auf unserer Portugalreise (Babymoon) nur schöne Hotels gebucht habe, wollte ich in Lissabon etwas Geld sparen und nahm die günstigste Zimmerkategorie – keine gute Idee. Obwohl das kleine Zimmer schick möbliert war, kam man sich doch wie in einer Besenkammer vor – der Blick aus dem Fenster in den tristen Innenhof mit großen Grafitis wirkte betrübend. Das hatte zur Folge, dass wir nicht so gerne ins Hotelzimmer zurück wollten und völlig fertig in Lissabon herumliefen. In der dritten Nacht konnten wir das Zimmer wechseln und hatten einen wunderschönen Ausblick über den Tejo. Also bloß nicht zu knausrig sein, die paar Euros zahlen sich hier defintiv aus. Lohnenswert ist das Restauraunt nicht nur zum Frühstück, sondern auch zum Abendessen. Kleiner Tipp am Rande: wenn der Bauch groß ist, keinen Fensterplatz wählen, die werdende Mutter bleibt zwischen Sessel und Tisch stecken.

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Hotel Facts:
Website: http://www.lxboutiquehotel.com/
Zimmer: 61
Kategorie: 4-Sterne
Investment: ca. 7 Mio €
Design / Architektur: leider nichts gefunden
Eröffnung: 2010
Preise: ab 80€ im DZ ohne Frühstück

|Aufenthalt März 2014 – LX Boutique Hotel – Lissabon – Portugal|