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Servus TV: Österreichische Hotel-Legenden

“Hinter diesen Hotels stecken Familien, die für ihre Gäste leben. Vom legendären „Orient“ in Wien bis zum „Arlberg Hospiz“, diese Reihe ist eine Reise zur Seele von Österreichs Spitzenhotels.”

Absolute Empfehlung: 6 Folgen jeweils freitags (ab 15. September 2017) ab 21:15 Uhr auf Servus TV

Folge 1 – im Weissen Rössl am Wolfgangsee, Hotel Hirschen im Bregenzerwald & Hotel Stefanie im 2. Bezirk
Folge 2 – Tiroler Hotel Herrnhaus in Brixlegg, Hotel Orient in Wien und Arlberg Hospiz

Information

Frühstück auf himmlisch – Hotel Bristol Wien

Zum Geburtstag hat mich mein Mann ins Hotel Bristol am Kärtner Ring zum Frühstück eingeladen. Unser Sohn war gut im Kindergarten versorgt und wir konnten ausgiebig und in Ruhe genießen. Himmlisch ist das Wort, das mir zuerst in den Sinn kommt. Alles war perfekt an diesem Montagmorgen. Die Gäste waren überschaubar, der gediegene und frisch renovierte Speisesaal auch nach 130 Jahren von zeitloser Schönheit. Das Personal beherrscht sein Handwerk und hier muss man wirklich von Handwerk sprechen. Denn der Unterschied zwischen einem gelernten Kellner und einem Stundeten ist nicht zu übersehen. Für ein 5-Sterne-Hotel zwar selbstverständlich, aber dennoch erfrischend.


Alles bis ins kleinste Detail wird perfekt serviert und man kann sich vortrefflich mit den Mitarbeiter/innen unterhalten. Als Highlight empfand ich den Buffetraum: Ein kleiner, schwarverkleideter und glänzender Raum mit einer Perle an Köchin, die sogar Eier Benedikt aus ihrem Reportoire hervorzaubern kann.
Im Anschluss wurde ich noch durch das altehrwürdige Hotel Bristol geführt. Seitdem hoffe ich, dass der Geschichte dieses Hauses in Zukunft mehr Rechnung getragen wird (vor ein paar Jahren wurde es kurzfristig zu einem Westin degradiert, weil pro Stadt nur ein Luxury-Collection-Hotel zulässig war, doch dieses Downgrading wurde zum Glück wieder aufgehoben). Und ich bin mir sicher, die Eigentümer-Familie Gürtler wird dem Haus am Ring zu altem Glanz verhelfen, hoffentlich hat Marriott die gleichen Absichten.

Europa, Friends advice, Südeuropa

Julia in Mallorca: Hotel Capri

Meer hautnah: Hotel Capri

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Hotel Capri / Pollensa (2 Nächte)
Auch schön und nicht so persönlich. Und Anonymität im Urlaub ist auch manchmal erholsam. Der Zubau mit den neu renovierten Zimmern ist wirklich in Ordnung und weitaus besser als die Bewertungen im Internet es beschreiben. Das Hotel wurde in den 60ern gebaut, zählte damals zu einem der besten Hotels in der Umgebung und der Charme ist hie und da im Haus immer noch spürbar. Im Restaurant hängt ein Bild des Pools im Meer von anno dazumal – eigentlich nur eine Mauer die das Meer begrenzt – aber das war damals scheinbar der Inbegriff von Luxus im Urlaub. Die Zimmer mit Balkon und Blick auf das Meer sind ein Jahr im vorhinein restlos ausgebucht – es gibt nur wenige Häuser in der nahen Umgebung die so einen Ausblick bieten. Doch beim Frühstück kommt jeder in den Genuss des schönen Blicks.

Hotel Capri Mallorca (1)

Hotel Capri Mallorca (3)

 

Hotel Capri Mallorca (4)

Hotel Capri Mallorca (5)

Hotel Capri Mallorca (6)

 

Hotel Facts:
Website: http://www.hotelcapripollensa.com/
Preis: ab 70€ im DZ inkl. Frühstück
Zimmer: 30

 

Europa, Friends advice, Österreich

Landhaus Mayer – ein Stück echtes Österreich

Hannes diesmal nicht in den Metropolen der Welt unterwegs, sondern in einem kleinen Örtchen in Tirol.

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Wir waren zu einer Hochzeit nach Achenkirch am Achensee eingeladen. Wem das jetzt nichts sagt, sei getröstet damit das mir dieser See nördlich von Jenbach in Tirol bisher auch nichts gesagt hat. Ein großer, immer ziemlich kalter See sehr hübsch von hohen Bergen eingerahmt und gut für die Nachbarn in Bayern erreichbar, die den Großteil der Gäste stellen. Dafür gibt es Hotels in jeder Kategorie, vom 5 Sterne Palast bis hin zur günstigen Pension. Der Umstand, dass man bei so einer Hochzeit eh kaum was vom Hotel sieht und die Preise über Pfingsten ordentlich waren haben mich auf Tiscover getrieben um nach einer günstigen Pension nahe des Hotels mit der Hochzeitsparty zu suchen.

Landhaus Mayer (2)

Und damit sind wir im Landhaus Mayer in Achenkirch, ein paar Minuten Fußweg vom See entfernt gelandet. Es ist ein altes, schönes Haus, wie auf dem ersten Bild zu sehen ist. Kein Kitsch, nur ein altes, traditionelles Bauernhaus. Das setzt sich innen fort, alles sehr traditionell, einfach und schlicht. Beim Frühstücksraum bricht das dann ein bisschen, aber der musste halt auch mal gebaut werden und dem Verschandelungsdrang der Tiroler Tischler wurde ganz gut standgehalten.

Zurück zum Zimmer – ist es nicht herrlich altmodisch? Die Dusche im Zimmer und die Toilette am Gang sind jetzt nicht wirklich super aber das es ein großes Sofa gibt finde ich persönlich viel besser und damit schlägt es mal gleich eine Menge fader Hotels. Das Frühstück war ganz klassisch – Semmel, Marmelade, Wurst und Käse, Kaffee und Tee – und wurde von der rüstigen Frau Stubenböck serviert, bei der man sich auch  gleich wie zu Hause fühlt.

Landhaus Mayer (1)

Landhaus Mayer (3)

Trotz des Umstands, dass wir nur eine Nacht geblieben sind, hat das Zimmer für zwei € 44,- gekostet – ein unglaublich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, gerne wieder!

Nachsatz: mit meiner Meinung, das so etwas toll ist wäre ich wahrscheinlich völlig alleine in einem Raum mit Tourismusexperten. Aber ich wenn ich mir die komischen Hotels rund um das Landhaus Mayer anschaue, weiß ich, dass die alle “Stuck in the Middle” sind aus einer Business-Perspektive, von der architektonischen reden wir besser gar nicht…

Liebe Grüße,
Hannes

Afrika, Details im Hotel, Erlebte Hotels, Hotelarchitektur, Hotels, Lieblingshotels, Südafrika

Middedorp Manor – Stellenbosch | Südafrika

Südafrika Rundreise | Ein kleines Juwel versteckt sich in der hinter dem Namen Middedorp Manor in Stellenbosch. Bei der Buchung war mein Mann noch sehr skeptisch, er meinte die Bilder sind zu schön, es wird sich alles als weniger erweisen und du wirst enttäuscht sein. Ja diese Gefahr war groß, denn wenn ich die Bilder jetzt nochmals betrachte, sehe ich auch, was er meinte – man entdeckt es nicht sofort, aber es ist viel inszeniert und an jeder Stelle sind Blumen drapiert. Ohne die schönen Rosen, die edlen Orchideen, die weißen Proteas und die vielen alten Bücher wirkt das Haus wohl hohl. Doch schon bei der Ankunft in diesem über 100 Jahre alten viktorianischen Haus leuchten uns die Blüten entgegen. Überall stehen die Blumen in üppigen Buketts und Sträußen herum und versprühen ihr angenehmes, ruhiges, duftiges Wesen. Ja, Blumen beruhigen ein Hotel – sie schmücken es nicht nur, sondern sie erfüllen auch eine wesentliche Aufgabe: Das Hotel wirkt frischer, gepflegter und ruhiger. Nebst diesem Lobgesang möchte ich aber die Menschen im Hotel nicht außer Acht lassen, wir wurden auf herzlichste von dem Mitarbeiter empfangen und die Tante (bin mir über den Verwandtschaftsgrad nicht sicher) der Hotelière kümmerte sich reizend um uns und berichtete mit einem ganz unbeschreiblichen Esprit von ihren Europareisen, insbesondere die Ausflüge nach Frankreich. Wir tauschten unsere Lebensgeschichten aus und es war wirklich ein besonderes Erlebnis mit dieser Grand Dame gemütlich beim Frühstück zu plaudern.

Zum Design des Hauses sein gesagt: Eine viktorianische Villa, modern möbliert mit teils altem Mobiliar neu ins Szene gesetzt. Besonders angetan hat es mir die Victoria & Albert Roxburgh freistehende Badewanne, man badet wahrlich fürstlich in diesem Teil, auch wenn aufgrund der unisolierten Keramik-Blechwanne die Wassertemperatur ebenso schnell fällt wie ein Stein im Wasser. Wie fast überall in Südafrika setzt man bei den Pflegeprodukten in nobleren Unterkünften auf Charlotte Rhys, die ich in höchsten Tönen lobend erwähnen möchte.

Leider war es bei uns noch zu kühl und wir konnten den netten Garten mit Pool nicht nutzen – Schade darum, aber es sieht nach purer Erholung aus. Empfehlen kann ich noch den nahe gelegenen botanischen Garten, klein aber fein mit einer beachtlichen Sammlung an Bonsais.
Middedorp Manor - Stellenbosch - RosaPfeffer (1)

Middedorp Manor - Stellenbosch - RosaPfeffer (2)

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Middedorp Manor - Stellenbosch - RosaPfeffer (11)

Middedorp Manor - Stellenbosch - RosaPfeffer (12)

 

GROSSO MODO:
Homepage: http://www.middedorp.com/
Zimmer: 5 Zimmer
Preis: ca. 80€ im DZ inkl. Frühstück

 

|Aufenthalt September 2013 – Middedorp Manor – Stellenbosch – Südafrika|

Europa, Information, Neue Ideen für Hotels, Österreich

Schlafen wie der Kaiser in Schönbrunn

Austria Trend Hotels haben ein neues Angebotszuckerl im Programm: die Kaisersuite in Schloß Schönbrunn:

Die Hotelsuite befindet sich im Osttrakt des einstigen Kaiserhauses. Die Ausstattung ist nobel: Die Gemächer erstrecken sich über 167 Quadratmeter, es gibt zwei Schlafzimmer, zwei Bäder, einen Wohnsalon, ein Esszimmer und eine Küche.

Das Interieur ist im imperialen Stil gehalten, inklusive Himmelbett und Stuckarbeiten. Farblich dominieren Schwarz, Weiß und Gold. Auch der traditionelle rote Seidenstoff, genannt „Ananasdamast“, fand reichlich Verwendung.

Der Umbau kostete insgesamt 400.000 Euro. Dieser erfolgte unter den strengen Vorgaben des Denkmalschutzes, wie betont wurde. Das historische Gemäuer birgt auch einige Nachteile: Lift gibt es keinen, die Suite ist nur über Stiegen erreichbar. Für Gäste kostet die Nacht ca 699€ pro Nacht und Person.

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Suite Schoenbrunn

Suite Schoenbrunn

Suite Schoenbrunn

Suite Schoenbrunn

BENELUX & Frankreich, Europa, Hotels, Lieblingshotels

Das 17. in Brüssel

Le 17ieme
Ganz zentral und doch ganz versteckt, das Le Dixseptième – zu Deutsch das Siebzehnte. Während meiner Zeit in Brüssel ging ich oft an diesem Hotel vorbei und starrte durch das Fenster (ja, starren- ich gebs zu). Hinter diesem Fenster lag eine andere Welt, eine geheimnisvolle Welt, es wirkte auf mich als würde es ein Versprechen in sich bergen: Ruhe. Immer wieder fasziniert stand ich vor dem Fenster und schaute in das gemütliche Hotel-Wohnzimmer. Allen meinen Brüssel-Besuchern (Freunde und Familie) präsentierte ich dieses Hotel als Sehenswürdigkeit, die man in stiller Bewunderung genießen musste… LOL, die Armen! aber daneben befinden sich viele Sehenswürdigkeiten und die Passage St. Hubert.
Zwischen diesem Ort und mir entstand eine gewisse Vertrautheit. Damals als Studentin war es für mich undenkbar eine Nacht in dieser Hotelperle zu verbringen. Heute würde ich wahrscheinlich das Geld ausgeben, allerdings möchte ich diesen Ort lieber als stiller Zuschauer genießen und mir nur in den Träumen ausmalen, wie es wohl ist im Le Dixseptième Gast zu sein. Nebenbei bemerkt fürchte ich auch das die Zimmer das Versprechen der Lobby nicht halten können und der Ort für mich verdorben wäre. So starre ich bei jedem Brüssel-Besuch lieber doch nur durchs Fenster und wage mich manchmal hinein um ein Prospekt zu holen; bei dieser Gelegenheit entstanden auch im Sommer 2013 die unten gezeigten Bilder.

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Le dixseptieme - Brüssel - RosaPfeffer (12)

 

Seit Juni 2009 wurde das Hotel, sowie die Nebengebäude als Monumente eingestuft und in die Unesco-Zone der Stadt aufgenommen.

GROSSO MODO:

Homepage: http://www.ledixseptieme.be
Zimmer: 12 Moderne und klassische Zimmer
Preis: ab ca. 150€ im DZ inkl. Frühstück
Renovierungen: 1990 & 2010
Lage: Stadtzentrum

 

Forschung

“Na, ich brauch doch ihren Mann nicht als Pfand” Briefe aus dem Hotel Fürstenhof

In der Ausstellung “Weekend at the Waldorf oder Menschen im Hotel” 2011 gab es einen entzückenden Brief von einer Dame des Hotels Fürstenhof an eine Frau Gretl. Nach 2 Jahren habe ich es nun endlich geschafft diesen langen Brief abzutippen (siehe unten). Ein Genuss zu lesen!

Herzlichen Dank an dieser Stelle an das Hotel Fürstenhof, die mir diesen Brief für RosaPfeffer zur Verfügung gestellt haben.

brief1_rosapfeffer

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Liebe Frau Gretl!

Ich komme schon wieder als Nikolo und bringe Ihnen einen Brief vom Julo. Er ist den Katzelmachern schon davongefahren und hat sich gedacht „bleibe ihm Lande und nähre dich redlich.“

Der ist schon seit gestern nachmittags bei mir, aber ich bin nicht zum Schreiben gekommen. Ich habe von gestern auf heute sehr viele Aufregungen gehabt, dann musste ich doch Julo einen langen Bericht schreiben, so ist mir für Sie keine Zeit mehr geblieben.

Aufregung Nr. 1. Da war ein Gast, der schon mindestens dreimal im Hotel war, er kam aber nur mit einer Handtasche, die Berta wollte ihm den 2. Tag kassieren, hat er ihr einen Skandal gemacht, dass er sich das nicht gefallen lässt, kam zu mir in die Kanzlei, hat sich aufgeblasen wie ein Pfau, dass er ein Prot. Kaufmann aus Innsbruck ist, schon mehreremal hier war und sein Gepäck nachkommen wird, weil er 14 Tage hier bleiben wird. Daraufhin habe ich mich noch bei ihm entschuldigt und wie ich ihm die Rechnung dann geschickt habe, hat er sie wohl gelesen, aber nicht bezahlt, sondern mit seinem Handtascherl verschwunden. Die Rechnung macht 310.000 und ich kann sie nicht einmal von der Berta ersetzt verlangen, da sie ihm doch kassieren wollte; ich habe auch sofort gegen ihn die Strafanzeige erstattet.

Nr. 2. Da wohnen schon seit 3 Wochen ein Paar, angeblich Gutsbesitzer aus Warschau, die erste Rechnung hatten sie bezahlt, die anderen nicht mehr. Bis gestern war es schon eine Million; da habe ich ihnen vorgestern einen Brief geschrieben, dass wenn ich nicht bis gestern das Geld habe, sie ausziehen müssen und ihre gesamten Sachen hier lassen müssen. Die Berta hat mir erzählt, dass sie nach Erhalt meines Briefes zusammen sehr gestritten haben, die Frau hat dann alles zusammengepackt u. hat zum Franz gesagt, er soll alles hinunter tragen, sie fährt weg und ihr Mann soll dableiben als Pfand. Na, ich brauch doch ihren Mann nicht als Pfand, hat der Franz gesagt, (weil es große Koffer waren) so lange die Schuld nicht bezahlt ist, rührt er keinen Koffer an. Wie mir das Personal gesagt hat, dass sich die Frau reisefertig gemacht hat, habe ich einfach Auftrag gegeben, dass das gesamte Gepäck zu mir in die Kanzlei kommt. Der Franz hat alles herunter getragen, die sind um 12 Uhr nachts nach Haus gekommen, so wollten sie einen Radau machen und haben ganz verrückt an der Kanzleitür und an meiner kleinen Zimmertür geschlagen. Ich habe aber nicht geöffnet und habe das Personal schon instruiert, dass ich für diese Leute um Mitternacht nicht zu sprechen bin, sie sollen in der früh kommen, dann in der früh wollte er mir mit der Polizei drohen, aber ich lies mich nicht einschüchtern; erst muss ich die Million haben, dann bekommen sie ihre Sachen. Er hat getobt und hat gesagt „Es ist so wie der selige Baron Fehervary zur Kais. Maria Theresia gesagt hat – Alle Frauen durch die Bank haben Schädel wie Elefant und Hirn wie Floh.“ Habe ich gesagt nebensächlich was vor zweihundert Jahren ein Baron zu einer Kaiserin gesagt hat, sondern ich will heute von Ihnen die Hotelrechnung bezahlt haben, auf alles andere bin ich nicht neugierig.

Während des Streits läutet gerade das Telefon, der Polizeirat, der die Sache Durban führt, ruft mich persönlich an und sagt mir, dass er bereits verhaftet ist und dass er die Einwendung macht, dass ich eine ganz gewöhnliche Angestellte im Hotel bin und gar kein Recht habe, irgend eine Verfügung zu treffen. Der Polizeirat hat gesagt, ich muss sofort hinkommen und soll mich mit irgendeiner Vollmacht vom Julo ausweisen, damit ich beweisen kann, dass der Durban nicht die Wahrheit gesprochen hat. Bei dem Telefongespräch habe ich gleich dem Polizeirat den Vorfall mit diesen  Warschauer Herrschaften gesagt, sagt er, sie sollen gleich mit mir mitkommen. Das wollten sie aber nicht, sondern haben es vorgezogen, mir die Million sofort zu bezahlen. Merkwürdigerweise wollten sie auch nicht ausziehen, da sie bezahlt haben, habe ich sie nicht zum ausziehen gezwungen, habe ihnen aber gesagt, dass falls sie die nächste Rechnung nicht pünktlich bezahlen, ich sie wieder pfände, da ich mich nicht zum Narren halten lasse.

Ich fuhr dann zur Polizei, Vollmacht vom Julo habe ich wohl keine, aber meine Krankenkassen-Legitimation, wo ich als Sekretärin-Dirkettrize – angemeldet bin, habe ich mitgenommen. Der Polizeirat hat mir gleich gesagt, Na der Druban hat es aber scharf auf sie. Wie er dann vorgeführt wurde, hat er eine furchtbare dramatische Szene aufgeführt. Er ist total herabgekommen, man sieht ihm wirklich Krankheit, Not etc. von grosser Distanz an.

Zuerst fragt ihn der Pol.Rat; Kennen Sie dieses Fräulein?

Er: Ja, das ist Frau H.U.

Der P.R. Und wer ist diese Frau

D. Diese Frau ist eine Angestellte des Hr. J: F.

Der P.R. Was für eine Angestellte? Es gibt unter den Angestellten verschiedene Kategorien.

Durban: Na, eine Angestellte, die im Hotel alles macht.

Der P.Rat: was alles macht? Zimmeraufräumen? Tellerwaschen?

D. Nein, das nicht, sie ist in der Kanzlei, schreibt und kontrolliert die Stubenmädchen.

Der P.Rat. Na also, dann geben sie doch damit selbst zu, dass die Frau U. das ist, als was sie sich eben ausgibt.

Daraufhin tritt der Durban auf mich zu, schaut mich schrecklich an und sagt, dabei in der einem Weinkrampf fallend: Frau Unden, was habe ich Ihnen getan, dass Sie mich zugrunde gerichtet haben. Durch Ihre Schuld werde ich von einem Gefängnis ins andere geschleppt, durch Sie bin ich so herabgekommen, dass ich nicht mehr hinaufkommen kann. Haben Sie kein Gewissen, Herr F. ist mir so nett entgegengekommen und Sie richten mich zugrunde. Sie können sich nicht vorstellen, liebe Frau Gretl, wie ich aufgeregt war, er hat mir menschlich furchtbar leid getan einerseits, andererseits war ich sehr empört über das mir zugefügt Unrecht. Der Polizeirat hat auch ganz verwundert geschaut über diese Anschuldigungen gegen mich. Ich habe dem D. gar keine Antwort daraufgegeben, denn entweder ist er schlecht, oder er ist geistesgestört, sondern habe mich an den Polizeirat gewendet und habe ihm den Brief erklärt, wie er sein Gepäck der Firma Braumüller verpfändet hat – obwohl man doch die paar alten Fetzen gar nicht Gepäck nennen kann und er uns schon 2 Millionen schuldig war und doch als Vermieter das erste Recht auf diese Sachen haben. Ich musste doch die Firma Braumüller diesbezüglich aufklären, sonst wäre ich doch direkt seine Mitschuldige gewesen und daraufhin hat ihm eben die Fa-Braumüller verhaften lassen. Da hat der P. Rat dann zum D. gesagt, sehen Sie, wie Sie alles anders darstellen, die Frau U. ist doch ganz korrekt vorgegangen. Zum Schluss hat er sich verpflichtet, er wird unsere Schuld in Wochenraten a 50.000.—abzahlen, er wurde wieder auf freien Fuss gesetzt, wohnt jetzt im Hotel Apollo, das Verfahren bleibt aber anhängig und es wird eine gerichtliche Tagsatzung anberaumt, zu welcher ich persönlich vorgeladen werde. Wenn er mir bis dahin die Wochenraten pünktlich bezahlt haben wird, so wird er freigesprochen, im gegenteiligen Falle aber eingesperrt.

Also jetzt haben Sie beiläufig eine Ahnung, was ich mich diese 2 Tage aufgeregt habe. Es war noch eine 3. Sache mit der Elsa Wachter, aber das kommt ein anderes mal. Es wartet schon wieder jemand hier in der Kanzlei.

Recht herzliche

Weitere Geschichten aus dem Fürstenhof und Hintergründe findet man hier.

Chile & Argentinien, Erlebte Hotels, Hotelarchitektur, Hotels, Lieblingshotels, Südamerika

Vor der Wüste – Design Suites Salta

Wir hatten es geschafft! Ankunft in Salta! HIPPHIPPHURRA!

Die Architektur der Design Suites Saltas, ist zweifelsohne interessant, zum einen besteht das Haus aus einem schönen alten Teil aus den 1920iger Jahren und einem  neuen Zubau, der aussieht wie Bürogebäude aus den 1980iger Jahren und absolut keinen Charme versprüht.

Dieser Eindruck ändert sich schlagartig im Inneren – hier eröffnet sich ein Zusammenspiel aus Sichtbeton und Designklassikern.

Unser Zimmer lag im alten Trakt mit einer versteckten Stiege am Ende der Bar. Anschließend gelangte man in einen ovalen Raum mit Holzvertäfelungen und schönen Glasbildern. Eine tolle Kombination von alt und neu, schöne hochwertige Hölzer und Materialien zogen sich im Zimmer fort.

Unser Quartier zeichnete sich durch Großzügigkeit und einem etwas zu massiv geratenen Balkon aus, man könnte ihn auch als Schießstand einer Burg verwenden – wir fühlten uns wie Ritter und Burgfräulein.

 

Die Begrüßung war sehr herzlich und umsorgend, vor allem nachdem wir 21 Stunden im Taxi von Iguazu nach Salta saßen und in Eile nach Salta fahren mussten, um unsere Wüstentour nicht zu verpassen. Nebenbei erwähnt aufgrund des starken Regens in Iguazú war unsere Wanderkleidung noch komplett nass und das Hotel konnte innerhalb von 14 Stunden all unsere Kleidung waschen und trocknen. Ein herzlicher Dank an dieser Stelle.

Das Restaurant erstrahlte ganz in Weiß und war wunderschön. Der in Argentinien sehr bekannte Küchenchef zauberte ein hervorragendes Steak für uns und die Lebensgeister nach dieser Abenteuerfahrt mit nur Kracker und Schoko kamen wieder zurück.

Der Pool auf der Dachterrasse bot noch eine weitläufige Aussicht über Salta:

Das Preis-Leistungs-Verhältnis war einfach solide, nachdem das Frühstück viel Auswahl bot und WLAN inkludiert war (hier taucht immer wieder die Frage auf, wieso man in Österreich extra zahlen muss?). Einziger Wermutstropfen war die stornierte Nacht, die wir aufgrund des stornierten Fluges trotzdem zahlen mussten. Ich hatte zwar im Vorfeld angerufen und gebeten unser Zimmer zu verkaufen, allerdings stieß ich mit meiner Bitte auf taube Ohren. Als Hintergrundinformation muss man noch wissen, an dem von uns abgesagten Zeitpunkt fand ein Sportturnier in Salta statt und unsere Schweizer Wegbegleiter konnten fast keine Unterkunft bekommen. Also man hätte das Zimmer sehr leicht anderswertig verkaufen können, was auch wahrscheinlich geschehen ist und das Zimmer doppelt belegt war. Hier sind dann die Vorteile von Booking sehr überzeugend, denn man kann bis 18 Uhr stornieren. Das Telefonat mit der Reservierungsabteilung wegen des Stornos lief insgesamt etwas seltsam. Ich teilte ihr mit, dass wir die Nacht nicht in Anspruch nehmen können aufgrund des Vulkanausbruchs in Chile und man das Zimmer bitte für diese Nacht verkaufen soll. Ihre Antwort war: “Nein, dass können wir nicht machen.” Meine Reaktion: “Ok, dann möchte ich aber bei Ankunft sofort das Zimmer beziehen und ein Frühstück einnehmen.” Ihre Reaktion: “Nein, dass geht nicht.” Ich: “Aber wir haben dafür bezahlt.”  Mitgefühl bei stornierten Flügen in den Flitterwochen darf man sich wirklich nicht erwarten.

Irgendwie schon komisch, aber der Aufenthalt war hervorragend.

Desgin Suites Salta ist teil einer kleinen argentinischen Hotelkette (Design Suites), zu der auch folgende Hotels gehören: Design Suites Buenos Aires, Design Suites Bariloche, Design Suites El Calafate

 

GROSSO MODO:

Hotelwebsite: http://www.designsuites.com/hoteles/salta/

Preis: ab ca. 80€ im DZ mit Frühstück

Eröffnung: Juni 2009

Zimmer: 51 Zimmer davon 11 Junior Suiten (30m2), 36 Suiten (38m2) und 4 Palace Suiten (65m2).

USP: Hauptgebäude aus den 20iger Jahren

 

|Design Suites Salta – Salta – Argentinien – Aufenthalt Herbst 2011|

Chile & Argentinien, Südamerika

Impressionen von Buenos Aires

Ein paar Eindrück von Buenos Aires im Frühling 2011.

El Ateneo ist wohl die schönste Buchhandlung der Welt und für uns Theaterliebhaber erst recht. Wie schon bei unserem letzten Besuch in B.A., mussten wir auch hier wieder für viele Stunden hin. (Zeit Artikel: B.A. Hauptstadt der Bücher und Lesen unter Lüstern)

Dieses Restaurant können wir jedem/r Besucher/in empfehlen – Lo de Paka – einfach himmlisch! Und leider stellt es jedes andere Steak in den Schatten!

Hier kommt noch eine weitere Buchhandlung  – Libros del Pasaj – diese kann ich nebst Büchern auch für Schokokuchen und hausgemachten Eistee empfehlen. 

 

Chile & Argentinien, Hotels, Südamerika

Legado Miticio Salta – eigentlich meine 1. Wahl

Wie vorher gerade geschrieben, wäre eigentlich das Legado Mitico meine 1. Wahl gewesen, allerdings war der Preis mit 250 USD + TAX nicht gerade eine Occasion. Durch diesen Blogbeitrag habe ich das Hotel nochmals genau unter die Lupe genommen und ich muss schon sagen, da wäre ich unglücklich gewesen (in Anbetracht des Preises) . Das Zimmer “La Escritora” (siehe unten) hat mir immer besonders gefallen und wäre perfekt für meinen Mann (er liebt diesen Stil), allerdings sonst mutet es doch irgendwie “verstaubt” an. Also die Design Suites sind eh perfekt.

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(Alle Bilder stammen von der Hotelwebsite)

GROSSO MODO:

Hotelwebsite: http://www.legadomitico.com

Preis: ab 180 USD + TAX im Dz mit Frühstück

Books

Hotels – ein literarischer Führer

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“Hotels ohne Schriftsteller? UNDENKBAR. Die berühmtesten Autoren haben ihr halbes Leben in berühmten (oder weniger berühmten) Häusern verbracht, manche ihrer größten Werke sind hier entstanden. Lis Künzlis literarischer Hotelführer versammelt Texte, die in und über Hotels geschrieben wurden, erzählt vom Alltag wie von den großen geschichtlichen Ereignissen, von abenteuerlichen Begegnungen wie von den Launen des Zufalls und des Hotelpersonals. Dabei erfährt man u.a., wie Hoteldiener Unterschriften fälschen lernen und was sie damit schon alles angestellt haben; wie Tennessee Williams im New Yorker Ritz, vom Alkohol beflügelt, um Greta Garbo warb; wie Arthur Miller auf Sizilien auf den Mafiaboss Lucky Luciano traf, warum Hemingway von den Hoteliers der “kirschwassertrinkende Christus” genannt wurde und wie die Betten fremder Hotelzimmer Anais Nins Einbildungskraft anstalten.”

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Auszug aus dem Klappentext des Buches

Europa, Südeuropa

Das legendäre Hotel Des Bains ist zu!

Ui, dass ist ein wirklich harter Schlag für mich – das legendäre “Hotel Des Bains” ist für immer geschlossen.

Mit süßen 16 Jahren war ich einmal mit meiner Cousine in Venedig – wir haben am Lido in einem günstigen Hotel gleich neben DEM “Hotel Des Bains” gewohnt und wir sind dann total verschüchtert und voller Schwellenängste hineingegangen um diese Grand Dame von innen zu sehen. Obwohl es schon über 12 Jahre her ist, kann ich mich bestens an den den wunderschönen schweren (fast) schwarzen Parkett erinnern.

Und um eine Brücke zu meiner Dissertation zu schlagen, kann nur von meinen Interviews berichten, in denen ständig über Material und Beschaffenheit vom Hotelboden gesprochen wird.

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DIE ZEIT:

Symbolisch gesehen, ist es ungefähr so, als ob man den Markusplatz gesprengt hätte. Das Hotel Des Bains, morbides Wahrzeichen des Lido di Venezia, hat geschlossen. Unsterblich wurde der elegante Belle-Époque-Bau durch Thomas Manns Novelle Der Tod in Venedig, die Luchino Visconti zu Mahler-Klängen im Hotel Des Bains verfilmte. Nun wird das Des Bains zu einem Appartementkomplex umgebaut. Zum ersten Mal also müssen die Filmfestspiele von Venedig ohne diesen historischen Ort auskommen, in dem stets die Jury residierte und auf dessen Terrassen sich die Stars interviewen ließen…”

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