Pressekonferenz der ÖW auf der ITB liefert Impulse und Ideen für Geschichten über das Urlaubsland Österreich.

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Bildhinweis: v.l.n.r.: Gerold Schneider, Hotelier und Architekt in Lech am Arlberg; Astrid Legner, „Austria Guide“; Hans Schenner, Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der WKO; Petra Stolba, Geschäftsführerin der Österreich Werbung; Oskar Hinteregger, ÖW-Region Manager in Deutschland;

Wien/Berlin – Traditionell am zweiten Messetag stand heute Vormittag die Pressekonferenz der Österreich Werbung auf dem ITB-Programm. Im Mittelpunkt stand dabei der Kulturschwerpunkt 2013 „Architektur und Identität“. Neu war heuer das Veranstaltungsformat aufgrund der klaren Fokussierung auf deutsche Reisejournalisten: Loungemöbel, Kaffeehausatmosphäre und moderierte Gespräche mit Gastgebern gaben den rund 50 anwesenden Medienvertretern Impulse und Ideen für Geschichten über das Urlaubsland Österreich.

ÖW-Geschäftsführerin Petra Stolba skizzierte zu Beginn die jüngsten Erfolge Österreichs am deutschen Markt. Demnach stiegen sowohl Ankünfte als auch Nächtigungen seit Winter 2010 kontinuierlich an. Aber auch die anderen Top5-Märkte entwickelten sich positiv, und auch Überseemärkte, insbesondere Asien, verzeichnen zweistellige Zuwächse. Wesentliche Erfolgsfaktoren sind laut Stolba die Auswahl der richtigen Märkte, für jeden Quellmarkt die individuell richtige Strategie und die passenden hochqualitativen Produkte.

Für Bundesspartenobmann Hans Schenner, oberster Vertreter der 90.000 Betriebe im österreichischen Tourismus und selbst Hotelier, kann Österreich als Urlaubsland vor allem mit authentischer Gastlichkeit, Gemütlichkeit und persönlichem Einsatz punkten: „Der Gast möchte regionale Spezialitäten genießen und dabei im Kontakt mit der Bevölkerung die österreichische Gastfreundschaft erfahren. Die Begriffe Gastfreundschaft und Gemütlichkeit werden von den Gästen auch mit deutlichem Abstand als wesentliche Eigenschaften einer Urlaubsregion genannt. Für Schenner sind die heimischen Betriebe hier sehr gut aufgestellt: „Wir verstehen es, in einer natürlichen Weise auf die individuellen Bedürfnisse unserer internationalen Gäste einzugehen. Dabei beziehen wir nicht nur Interessen und Geschmäcker der Urlauber ein, sondern wissen vor allem um die Bräuche und Gegebenheiten der jeweiligen Regionen. Die Reisenden kommen gerne nach Österreich, wo sie sich nicht nur als Gäste fühlen, sondern wie Freunde empfangen werden.“

Auch Architektur spielt eine stärker werdende Rolle bei der Urlaubplanung. So stellt bereits für ein Drittel der Gäste das Ortsbild/Stadtbild bzw. die Architektur das Entscheidungskriterium für eine Region als Urlaubsziel dar. „Mit unserem heurigen Kulturschwerpunkt ‚Architektur und Identität‘ fokussieren wir ganz bewusst auf dieses Thema und seinen Stellenwert im Tourismus. Denn Architektur spielt für unsere Gäste auch eine wesentliche Rolle, um Land und Leute kennen zu lernen“, erläutert Petra Stolba. Architektur und Identität sind seit jeher sehr eng miteinander verbunden.  „Nicht nur das kulturelle Erbe – wie Schlösser, Burgen und Stifte – sondern auch die architektonische Vielfalt in der Gegenwart sind wichtige Identitätsträger für das Urlaubsland Österreich“, so Stolba.

Gerold Schneider, Hotelier und Architekt in Lech am Arlberg, beschäftigt sich seit Jahren mit den Themen Tourismus, Architektur und Identität. Nach seinem Studium der Philosophie, Literatur, Kunst- und Architekturtheorie gründete er 1995 ein Architekturbüro in Wien, bevor er 1997 in den elterlichen Betrieb in Lech eintrat. Für ihn ist es das Gedächtnis der Bewohner, das Orte mit Geschichte von jenen aus der Retorte unterscheidet. „Die Identität einer Region ist kein Rückbezug auf historische Kulturstufen, sondern eine (selbst-) bewusste Entwicklung spezifischer Eigenschaften eines Ortes durch seine Bürger. Das Überleben der Identität eines Ortes hängt demnach von der offenen Auseinandersetzung des Gedächtnisses der Herkunft und der Notwendigkeit der permanenten Anpassungsleistung der Neuinterpretation ab“, so Schneider. Die dynamische Phase des Tourismus im alpinen Raum habe seit ihrem Beginn mit Setzungen von außen zu tun, mit der Konfrontation durch neue Lebensstile und deren Räume. Die Anpassungsleistung dieser kurzen Epoche pendelt meist zwischen den Extremen einer bildhaften Rückwärtsgewandtheit und einem vorbehaltlosen Bekenntnis zur Moderne.

Oskar Hinteregger, ÖW-Region Manager in Deutschland ging in seinem Statement zunächst auf die Erwartungen des deutschen Gastes ein. Trotz Multioptionalität sind seine wesentlichen Urlaubsmotive gleich geblieben: Erholen und entspannen, Neues entdecken, Zeit für die Familie haben, Land und Leute kennen lernen. Österreich ist darauf gut vorbereitet „Für die Gastgeber von heute geht es um ein authentisches Erleben, ein Mit-Leben. Gemeinsam mit Verbänden, Regionen und Orte haben sie einen Prozess begonnen, der das Angebot professionalisiert. Das machen sie dabei so behutsam, dass der Charme, und das Österreichische dabei nie verloren gehen“, so Hinteregger.

Was die Architektur angeht, so sei die Verbindung von Tradition und Moderne in der Architektur in Städten ebenso zu finden wie in ländlichen Regionen. Wenn im Bregenzerwald der traditionelle Holzbau mit Glas und Stahl zu einer Juppenwerkstatt wird, wenn in Kärnten ein neues Badehaus am Millstätter See entsteht, wenn Zaha Hadid eine Hungerburgbahn in Innsbruck entwirft, wenn die Familie Sabathi einen wegweisenden Weinkeller in der Steiermark bauen lässt. Selbstverständlich prägen aber nach wie vor auch die großen, imposanten, historischen Bauten das Land, sind Anziehungspunkt für Gäste aus Deutschland und der ganzen Welt, betont Hinteregger.

Die professionelle Gästebetreuung erfordert in der heutigen Zeit eine immer höhere Flexibilität. Bestimmten Berufsgruppen kommt dabei besondere Bedeutung zu – aus diesem Grund war Astrid Maria Legner, eine von 1.600 Austria Guides und seit 2007 Berufsgruppensprecherin in Österreich, als Gastrednerin bei der Pressekonferenz. „Die Anforderungen entwickeln sich ganz klar weg vom schulmeisterlichen, starren Herunterbeten geschichtlicher Daten und Fakten, hin zum charmanten Repräsentanten des Urlaubslandes, der den Gast behutsam an der Hand nimmt und zu den verborgenen Schätzen Österreichs führt“, so Legner. Der Gast erwarte ein breites Angebot an möglichem Zeitvertreib. Dabei darf das Ganze nicht in Stress ausarten. Kulturgenuss, sportliche Aktivitäten und kulinarische Erlebnisse sollten auf einen Nenner gebracht werden und wohldosiert an den Kunden weitergegeben werden. Denn letztendlich, und hier waren sich alle Podiumsteilnehmer einig, stehe dabei das ganzheitliche Erleben des Urlaubslandes Österreich mit allen Sinnen im Vordergrund.

Weitere Informationen zum Kulturschwerpunkt „Architektur und Identität“ finden Sie hier.”

Copyright: ÖW/ Harald Paulenz