Browsing Category

Erwartungen an Hotels

Details im Hotel, Erlebte Hotels, Erwartungen an Hotels, Forschung, Hotelarchitektur, Hotelmarketing, Hoteltrends

Lieblingsergebnisse meiner Forschung

Meine Lieblingsergebnisse hier nun kurz zusammengefasst:

Photo by Jamie Street on Unsplash

Das Hotel als Person

  • Das Hotel wird als Person wahrgenommen. Die Interviewpartner haben das Hotel immer vermenschlicht und zum Beispiel gesagt: „Das Hotel ist lieb, das Hotel darf nicht sterben“. Dieser Anthropomorphismus war in jedem Interview zugegen. Wenn man es auf eine philosophische Ebene hebt, kann man sagen, die Hoteliers sind die Eltern und das Hotel das Kind. Alles was die Hoteliers dem Kind Gutes tun, spüren die Gäste. Seien es weiße Wände ohne Kratzer, frische Blumen, brennende Kerzen. Alles das spüren die Gäste und fühlen sich wohler.

Der Hotelboden

  • In den Interviews hat auch jeder Interviewpartner über den Hotelboden gesprochen. Sobald der Gast den Boden betritt, hat er Sympathie oder Antipathie zum Hotel. Wie beim ersten Handschlag zwischen zwei Menschen. In einem weiteren Beitrag werde ich noch mehr über soziale Oberflächen schreiben, denn auch die Beschaffenheit des Bodens ist nicht unwesentlich.

Die Reiseentscheidung ein emotionaler Ritt

  • Die Reiseentscheidung ist ein emotionaler Ritt und wird gerade leider zu sehr auf Bewertungen aus dem Internet und die Leichtigkeit der Buchung reduziert. Dabei steckt viel mehr dahinter. Verreist eine Familie, bedeutet das, dass es immer Kompromisse zu verhandeln gibt. Nicht nur zwischen Erwachsenen und Ehepartner, sondern auch zwischen Kindern und Erwachsenen, Preis und Wünschen, Hotelsterne und Repräsentanz. Urlaub ist so unglaublich wichtig, es ist eine begrenzte Zeit – die kostbarste Zeit im Jahr – das Filetstück des Jahres. Deswegen möchte man diese Kostbarkeit absichern und nochmals absichern. Man will förmlich alle Störfaktoren ausschalten. Ich schreibe das bewusst so explizit, weil es immer als selbstverständlich genommen wird. Ein paar Zahlen verdeutlichen die Bedeutung. Für eine Hotelentscheidung werden im Schnitt neun Stunden im Internet verbracht und 52 verschiedene Seiten besucht. Man bucht fast nie ein Hotel, ohne auch noch auf die Hotelwebsite zu gehen. Bloß dabei bleibt es nicht, man sieht sich auch die Bewertungen auf TripAdvisor an und man geht auf Instagram Places um die Bilder der Nutzer zu checken. Was könnte mehr Aufschluss über die Qualität des Hotelaufenthalts geben als echte Bilder auf Instagram. In meinen Augen ist Instagram eine Suchmaschine, es geht zu allererst um Vertrauen und erst in Folge vielleicht ums Verkaufen.

Soziale Einbettung / Reisebiografie

  • Ein weiteres wichtiges Thema ist: Was sagt das Hotel über mich in meiner sozialen Einbettung aus? Was werden die anderen von mir denken, wenn ich mir so ein teures/günstiges Hotel leiste? Über Facebook/Instagram&co wird auch die Reisebiografie gläsern. Wer wusste vor zehn Jahren schon in welchem Hotel man wirklich abgestiegen ist. Jetzt ist es Teil der Reisebiografie und definiert mich auch als Mensch, ist quasi Ausdruck meiner Lebenswelt.

Individualität & Autonomie

  • Und hinzu kommt noch die Frage nach der Individualität und Autonomie? Wie viel Entertainment bietet das Hotel? Habe ich Stress, dass ich den Urlaub abarbeiten muss? Oder gibt es keine Angebote vor Ort und ich muss mich um alles selbst kümmern? Wie sie sehen und wahrscheinlich auch spüren können, ein sehr emotionaler Ritt in der Entscheidungsfindung.
Erlebte Hotels, Erwartungen an Hotels, Hotelmarketing

Soll ein Urlaub perfekt sein?

Ich durfte vor kurzem bei einer Gesprächsrunde über „The art of beautiful communication“ dabei sein. Ganz tolle Menschen haben sich mit unterschiedlichsten Ideen eingebracht. Viel hat sich dabei ums Storytelling gedreht und wie jeder Mensch seine Wirklichkeit konstruiert. Ein weiteres Thema war, wie künstliche Intelligenz (kurz KI bzw. AI für artifizielle Intelligenz) unsere Lebensweise in Zukunft verändern wird und noch vieles Spannendes mehr. Und plötzlich tauchte eine kleine Frage von Mario Pricken auf und selbst Tage später habe ich noch darüber nachgedacht. Die Frage war: Soll denn Urlaub überhaupt perfekt sein?

Denken Sie über die Frage bitte intensiv nach! „Soll ein Urlaub perfekt sein?“

Hotel Sani Club

Die Tourismusbranche ist geradezu von Perfektionismus getrieben, die Servicequalität wird zunehmend professionalisiert und die Bilder und Geschichten auf diversen Social Media Kanälen zeigen jede noch so schmucke Ecke des Hotels. Überraschungen sind da schon fast ausgeschlossen, teilweise wissen Gäste mehr über das Hotel als die Mitarbeiter/innen und der Gast der Stunde weiß eigentlich schon vor Beginn seiner Reise mit beinahe 100%iger Sicherheit was ihn erwartet.

Gehen wir mal davon aus, dass Ihr letzter Urlaub perfekt war. Alles lief wie am Schnürchen, alles war schön und gut. Sie kehrten erholt zurück und auf die Frage Ihrer Freunde, wie es gewesen war, antworteten Sie prompt: Perfekt!  Übrigens, der Erholungseffekt hält längstens wenige Wochen an, Experten nehmen an, dass der positive Effekt nach einem Urlaub durchschnittlich zwei Wochen erhalten bleibt. Da kann man dann nicht mehr viel erzählen. Vielleicht noch, dass das Wetter traumhaft war, das Hotel wunderschön, das Essen gut und die Landschaft atemberaubend. Aber der perfekte Urlaub hat somit auch seine Kehrseite: es gibt nichts mehr zu erzählen, keine kleinen unvorhersehbaren Pannen oder Malheurs, die doch gerade die Würze in gute Urlaubsgeschichten zaubern.

Unsere Hochzeitsreise beispielsweise war von Pleiten, Pech und Pannen übersäht. Wirklich übersäht, nicht ein einziger Tag unserer einmonatigen Hochzeitsreise lief wirklich gut, immer gab es (ich sage es positiv formuliert) Herausforderungen. Falls Sie sich fragen, was denn um Himmelswillen passiert ist? Am Ende erzähle ich Ihnen noch eine kurze Geschichte.

Jedenfalls so durchwachsen unsere Flitterwochen auch waren, so viele Geschichten gab und gibt es bis heute davon zu erzählen. Heute lachen wir Tränen über manche Situationen und die Leute lauschen gespannt. Es sind wirklich gute Geschichten und sie sind im sozialen Kontext auch äußerst wertvoll.

Beraubt man seine Gäste nicht all der Geschichten, wenn immer alles perfekt ist. Was soll man da bloß als Erinnerung mit nach Hause nehmen? Oder nimmt die Hotellerie diesen Gedanken auf und baut Sollbruchstellen in den Urlaub ein, damit die Gäste Erlebnisse mit nach Hause nehmen können?

Aber Achtung Spoileralarm! Wenn diese Sollbruchstellen in den sozialen Netzwerken verbreitet werden, hat man alle Hände voll zu tun, unendlich viele neue Sollbruchstellen zu kitten.

Flitterwochen

Und hier noch der Exkurs zu unseren Flitterwochen: Wir waren einen Monat unterwegs und jeder von uns hatte zuvor zwei Wochen geplant, 50:50 sozusagen. Die jeweils 14 Tage sollten eine Überraschung für den anderen werden. Unserem Reisebüro haben wir die Infos dann getrennt durchgegeben und die Flüge gebucht. Wir waren zuerst eine Woche in Mexiko, dann ein paar Tage in New York und die letzten 2 Wochen sind wir quer durch Argentinien gereist. Wie gesagt, nicht ein einziger Tag lief ohne Zwischenfall. Der Höhepunkt war sicher der gecancelte Flug von Iguazu nach Salta in Argentinien. Letzten Endes mussten wir uns dann ein Taxi nehmen und 1.500 Kilometer quer durch die argentinische Pampa fahren. Das Taxi und zum Glück auch die Kosten haben wir uns mit einem Schweizer Pärchen geteilt. Ich glaube, wir haben insgesamt 1.200 USD bezahlt. Es blieb uns nichts anderes übrig, denn der Heimflug war von Santiago de Chile und es war auch eine private Tour von Salta nach Mendoza über das Puno Plato gebucht. Also zurück zur Taxifahrt, das Auto war alt, sehr alt. Wenn wir halten mussten, z.B. zum Tanken, dann war Anschieben angesagt, sonst hätte sich da nichts mehr bewegt. Nordargentinien ist aber auch wettermäßig ein heißes Pflaster, nur leider konnten wir während der gesamten Fahrt kaum etwas trinken, denn sonst wären wir Gefahr gelaufen, an Ort und Stelle liegen geblieben zu sein. Wirklich eine sehr entspannte Taxifahrt 😉

Nach gut 21 Stunden in der endlosen Weite der ewig geraden Straßen sind wir dann doch wie durch ein Wunder in Salta angekommen. Und natürlich ging es dann weiter mit unseren Pleiten, Pech und Pannen… Für jede einzelne dieser Geschichten sind wir heute dankbar, doch während wir sie durchmachten, waren sie doch alle sehr nervenaufreibend.

Details im Hotel, Erlebte Hotels, Erwartungen an Hotels, Hotel & Technik, Hotelmarketing

Digitale Gästemappe

Das Versprechen war gut: die digitale Gästemappe, immer up-to-date, die Gäste bekommen die Nachrichten direkt aufs Zimmer gesendet und die Gäste können einfach und bequem Reservierungen direkt vom Zimmer tätigen.

Photo by Daniel Cañibano on Unsplash

Die Realität sieht leider ganz anders aus. In den letzten Monaten habe ich einige digitale Gästemappen in Hotels erlebt, folgende zwei Hauptprobleme ergaben sich für mich:

  • Die Hardware war zu günstig und die Bedienung demnach sehr holprig
  • Der Content hatte keinen Mehrwert.

Content is King. Ja, aber dieser König braucht viel Pflege. Des Öfteren habe ich den Satz gehört, eine Gästemappe ist fast eine kleine zweite Webseite. Dieser Satz ist nicht richtig. Eine Gästemappe ist umfangreicher als eine Webseite. Der Content gehört täglich aktualisiert und er ist unmittelbarer am Gast, er muss für die Gäste direkt während des Aufenthalts Mehrwert bringen, sonst hat er keine Berechtigung.

Ideen für eine Gästemappe:

  • Die Mittags -und Abendkarte im Restaurant – täglich aktuell.
  • Die Angebote des Hotels tagesaktuell mit einer Online-Terminbuchung z.B um 14 Uhr ist noch ein Massagetermin frei.
  • Das Wetter und die dazugehörigen Attraktionen und Tipps des Hotels. Hier sollten die Empfehlungen auch wechseln entsprechend dem Wetter / Jahreszeit.
  • Bei Ausflugstipps in der Umgebung sind 3-5 Tipps nicht genug. Da muss man gehörig in die Tasten hauen und mindestens 20 Tipps pro Jahreszeit aufzeigen können.
  • Die Seiten sollten alle zusammenspielen, z.B. wenn die Yogalehrerin und deren Lebensweg und Yogastil präsentiert wird, ist ein Link zum Yoga-Stundenplan mit Reservierungsmöglichkeit die natürliche Erwartung des Gastes.
  • Hintergrundinformationen zum Hotel und den Hoteliers – auf einer persönlichen Ebene ansprechen.

Sie sehen, wohin das ganze führt: zu viel Arbeit. Und das ist ein Thema der Ressourcen, eine Person braucht sicherlich 1-2 Stunden pro Tag zur Pflege der Gästemappe.

Und was ist dann die Alternative? Die konventionelle Gästemappe ganz klassisch auf Papier gedruckt. Schön gestaltet mit nutzbaren Inhalten bringt sie erheblichen Mehrwert. Sie hält die Erwartungshaltung der Gäste in Zaun. Hier erwartet man nicht, dass die Information tagesaktuell zur Verfügung stehen. Und noch etwas ganz anderes: ihr Hotel bekommt wieder die Möglichkeit zu glänzen, und zwar mit einer gut informierten, charmanten Rezeption.

Erwartungen an Hotels, Information

Customer Journey im Social Media Marketing

Im Social Media Marketing verschiebt sich gerade einiges: Instagram wird wichtiger, Facebook tritt in den Hintergrund. YouTube wird zur Hotelsuchmaschine und LinkedIN gewinnt an Bedeutung, auch für Hotels.

Ganz schön viel auf einmal, oder?

Aber jetzt mal alles der Reihe nach.

Vor ein paar Jahren habe ich auf RosaPfeffer eine Customer Journey aufgezeichnet und in diesem Artikel möchte ich meine Customer Journey jetzt gerne aktualisieren.


Customer Journey im Social Media Marketing – Darstellung von Barbara Guger

1 .Urlaub – Wohin soll es gehen – die Inspiration

Im groben Überblick sieht eine Customer Journey derzeit so aus: Instagram, Pinterest und Facebook sind die Inspirationsgeber. Fragen wie: Was könnte ich unternehmen, wohin will ich reisen … uiii, dahin will ich ja auch (wird besonders stark durch Influencer beeinflusst – hier gibt es typische Influencer-Effekte, wie beispielsweise Island, das nach einer Influencer Kampagne rund 30% mehr Ankünfte verzeichnen konnte. Ob diese Entwicklung nun positiv oder negativ ist, sei dahingestellt.).

2. Von der Inspiration zu Google – die Suche

Jede Reise beginnt zunächst im Kopf und dann mit Google. Hier wird nach Destinationen oder Übernachtungsmöglichkeiten gegoogelt. Hinzukommt: YouTube gehört mittlerweile ebenfalls zum Alpha Konzern von Google, also bleibt der gesamte 2. Schritt Customer Journey im gleichen Unternehmen. Dass das bewegte Bild auch im Internet immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist allgemein bekannt. Was die Customer Journey in punkto Urlaubsziele betrifft, wird YouTube also immer einflussreicher. YouTube liegt also auf Platz 2 im Ranking der Suchmaschinen. Bezogen auf den Tourismus bedeutet das, dass man auf YouTube zwar nicht unbedingt nach den Stichworten „Venedig Hotel“ sucht, aber nach „Venedig“ und die Hotels mit Video-Content haben die Nase vorne. Hinzukommen Vlogs von Influencern mit Hotelinhalten. Instagram kommt als Hotel- und Restaurantsuchmaschine auch schon hinterher – der Hashtag – #hotelvenice oder #venicehotel kann schon sehr hilfreich sein.

3. Kontrolle ist BESSER – der Check

Bei den Resultaten auf Google wird man ziemlich sicher von OTA’s (Online Travel Agencies) z.B. Booking, Hotels.com, Expedia, Trivago und so weiter empfangen. Bevor jedoch gebucht wird, muss die Entscheidung abgesichert und (nochmals) verglichen werden. Man will ja schließlich eine Garantie für seinen Urlaub haben: So vergleicht man noch eben die Hotelwebsite, TripAdvisor und/oder HolidayCheck und ACHTUNG NEU – INSTAGRAM. Hier kommt geo-tagging oder auf Englisch „Places“ zum Zug. Rasch mal kurz die Bilder des Hotels von anderen Usern ansehen und schon ist man abgesichert, dass man dort den Urlaub verbringen kann, der zur eigenen Lebenswelt passt und dazu auch noch instagrammable ist. Zusätzlich zu geo-tagging, werden noch Hotelhashtags und die Seite des Hotels auf Instagram gecheckt.

4. Jetzt wird es ernst – die Buchung

Dann geht es zurück zu den OTA´s und hier wird dann gebucht. Schließlich bucht man noch immer schneller auf Booking als auf so manchen Hotelwebseiten. Klingt aufwendig? Ja, ist es auch! 9 Stunden und 52 Websites werden im Schnitt angesehen, bevor ein Hotel gebucht wird. Hier sieht man auch die Bedeutung von Hotels im Urlaub. Deswegen ist das Wichtigste bei Social Media Marketing: VERTRAUEN. Es geht nicht um schnelle Buchungen von Gästen, sondern um VERTRAUEN. Es geht darum, den Gästen die Sicherheit zu geben, das beste Urlaubserlebnis zu bieten.

5. Vom Konsumenten zum Produzenten – das Reiseerlebnis

Am Reiseziel angekommen, ändert sich dann die Rolle des Gastes (im Internet): Er wird vom Konsumenten zum Produzenten. Zwar konsumiert er nach wie vor Online-Tipps von anderen Reisenden über Google Destinations, Google Maps, TripAdvisor. Doch plötzlich produziert er auch neuen Content über Instagram, Facebook und YouTube. Hier heißt es für Hotels, die Marketingmöglichkeiten, die sich daraus ergeben auszuschöpfen und davon zu profitieren. Auf Instagram und die eignen Hashtags aufmerksam machen und instagrammable zu sein. Frische Blumen zum Beispiel verhübschen jedes Bild. Im Reiseerlebnis werden dann sofort Bilder und Videos an Freunde und Familie häufig via WhatsApp, Secure, imessages, Facebook Messenger etc. verschickt.
Seit meinem letzten Artikel hat sich noch jemand in diese Reisephase gedrängt: Booking. Booking verkauft auf fleißig über die App Zutrittstickets für lokale Sehenswürdigkeiten.

Am Reiseziel angekommen, ändert sich dann die Rolle des Gastes (im Internet): Er wird vom Konsumenten zum Produzenten. Zwar konsumiert er nach wie vor Online-Tipps von anderen Reisenden über Google Destinations, Google Maps, TripAdvisor usw. Doch plötzlich produziert auch der Gast neuen Content über Instagram, Facebook und YouTube. Hier heißt es für Hotels, die Marketingmöglichkeiten, die sich daraus ergeben auszuschöpfen und davon zu profitieren. Beispielsweise auf Instagram auf die eigenen Hashtags aufmerksam zu machen und instagrammable zu sein. Frische Blumen etwa verhübschen jedes Bild. Im Reiseerlebnis werden dann sofort Bilder und Videos an Freunde und Familie häufig via WhatsApp, Secure, imessages, Facebook Messenger etc. verschickt.
Und seit meinem letzten Artikel zum Thema hat sich noch jemand in diese Reisephase gedrängt: Booking. Booking verkauft auch fleißig mittels App Zutrittstickets für lokale Sehenswürdigkeiten usw.

Aber Achtung. Viele Hotels möchten den nächsten Schritt schon vorgreifen und schon während des Reiseaufenthaltes nach Feedback fragen. Diverse Apps drängen hier auf den Markt. Der Gedanke sofortige Rückmeldungen vom Gast zu erhalten ist zwar verlockend, aber Studien haben gezeigt: Während des Erlebnisses wird oftmals schlechter bewertet als zurück zu Hause. Das nennt man den Rosie Effekt – also lieber abwarten und den Gast um Bewertungen ein paar Tage nach der Abreise bitten.

5. Es bleibt mehr als die Erinnerung – zurück zu Hause

Zurück zu Hause, werden wiederum Bewertungen auf TripAdvisor, Booking & co. verfasst sowie Bilder mit Freunden und Familie geteilt – hier befinden wir uns plötzlich wieder am Beginn der Customer Journey. Die nächsten Reiselustigen werden inspiriert, frei nach dem Motto: uiii, da will ich ja auch noch hin!

Was sind Deine Erfahrungen mit der Customer Journey? Welche Social Media Kanäle sind noch wichtig?

Erwartungen an Hotels

Flugscham

In Schweden ist die „Flygskam“, zu Deutsch die „Flugscham”, bereits ein geflügeltes Wort. Und auch bei uns nimmt sie zu. In Schweden ist innerhalb eines Jahres die Anzahl der Flugreisen rückläufig (Inlandsflüge minus 3%). Obwohl Schweden das Land mit den meisten Flugreisen pro Kopf ist. Die Bahn erfreut sich über einen neuen Boom. Besonders Reisen mit Nachtzügen werden immer beliebter.


Photo by Gerrie van der Walt on Unsplash

Flugscham in Österreich

Und ich merke, die Flugscham hält auch bei uns Einzug. Plötzlich fährt eine Freundin mit dem Zug nach Berlin. Ja, der Umwelt zuliebe und teilt das auf Instagram. Dann bekomme ich eine WhatsApp Nachricht: „Seit du mir von Flugscham erzählt hast, möchte ich auch mit dem Nachtzug verreisen.“ Und die Kreise werden immer größer. Ich merke schon, dass ich mich auch nicht mehr ganz wohlfühle in meiner Haut: wir fliegen heuer nach Spanien und nächstes Jahr ist eine Fernreise geplant. Sind unsere Flugreisen unseren Kindern gegenüber noch vertretbar? Zur Gewissensberuhigung leiste ich Kompensationszahlungen. In Wien haben wir sowieso ein selbstauferlegtes Tabu mit dem Auto zu fahren. Sofern mit den Öffis erreichbar und kein Kind fiebert, werden die Öffis genommen. Außerdem nutze ich immer häufiger den Zug für Geschäftsreisen.

Bedeutung für den Tourismus:

Aber was bedeutet das für den Tourismus? Ist die Tourismusbranche auf diese Kehrtwende überhaupt vorbereitet? Derzeit wird nettes Grün-Waschen betrieben, da kommen Bienenstöcke auf die Hotels, die obligatorische Handtuch Lüge wird in den Bädern bemüht und der Wegfall von Pflegeprodukten in winzigen Plastikverpackungen sollen Gästen ein grünes Gefühl geben. Wenn man ehrlich ist, sind es nur Kleinigkeiten, klar höhlt steter Tropfen den Stein. Aber in Zukunft wird es um die großen Schritte gehen: Was passiert mit den Hotels, wenn in den Compliance Richtlinien festgehalten wird, dass nur noch Hotels mit Umweltzertifizierung buchbar sind? Was passiert, wenn Booking und Co die Funktion „nach ökologischen Hotels buchen“ hochfährt? Was passiert, wenn die Gäste genauer nachfragen und hinsehen? Entsorgtes Essen, Müllberge, schädliche Chemikalien, Wasserverbrauch… die Liste könnte man endlos fortsetzen. Eines ist sicher, ein herkömmlicher Hotelbetrieb ist das genaue Gegenteil von Nachhaltigkeit. Ganz klein und leise merkt man erste Klimaschutzmaßnahmen schon heute, aber sie werden noch so richtig Fahrt aufnehmen. Erste Anzeichen merkt man schon in den Supermärkten. Die Milch in der Glasflasche, bitte jetzt keine Diskussion, ob das umweltfreundlicher oder umweltschädlicher ist. Die Feinkost im unbeschichteten Papier oder mit eigenem Tupperware. Der Wegfall der Obst- und Gemüsesackerl. Es geht um Veränderung. Es geht um das Bewusstsein der Konsumenten und ein Umdenken. Erste Tendenzen lassen sich schon jetzt beobachten:

  • Die Mineralwassererzeuger, die plötzlich weg von der Jungbrunnenwerbung gehen und in einer ständigen Wiederholung bezeugen müssen, dass PET Flaschen recycelt werden und ein ewiges Leben genießen.
  • Die Spannleintücher, die plötzlich ein BIO Zertifikat aufweisen und nicht mehr in Plastik verpackt, sondern mit einem Bändchen zusammengebunden werden.
  • Der TUI Katalog, der plötzlich bei spanischen Hotels dazuschreibt, dass keine Plastikflaschen im Hotel verwendet werden.
  • Der REWE Konzern, der diese Seite gemeinsam nachhaltig bewirbt und „raus aus Plastik“ propagiert.

Alles kleine Signale nur hört die Signale. Es wird sich was bewegen und selbst wenn es noch ein paar Jährchen dauert: Die Entscheider von morgen hören heute auf Greta Thunberg “Fridays for future” und gehen mit ihr auf die Straße.

Erlebte Hotels, Erwartungen an Hotels

2 ERW + 2 KINDER


Die Urlaubssaison steht vor der Tür. In ein paar Wochen steht Graz am Programm und im Sommer geht es auf nach Spanien. Viele Hotels wollen gebucht werden. Nun sind wir 4 Personen – 2 Erwachsene und 2 Kleinkinder (2 Jahre & 4 Jahre).

Mit 2 Kindern ein Hotel zu buchen wird zur echten Herausforderung. In Graz zum Beispiel:

Erstes Hotel – lässt einem bei der Online Buchung nur mit einem Kind anreisen. Es kann gar kein 2. Kind angeben werden. Sobald man anruft, stellt sich heraus, dass es überhaupt kein Problem ist und ein Zusatzbett selbstverständlich aufgestellt wird (+15 €).

Zweites Hotel – hier bekommt man sofort eine Absage. Bitte wählen Sie ein anderes Hotel in einer unserer weiteren Destinationen Wien oder München. Dabei hätte ich auch der Website sogar Familienzimmer gefunden.
Buchbarkeit gleich NULL. Hier hat selbst ein Anruf bei der Hotline nichts genützt, weil sich der Service-Mitarbeiter nicht mit dem Produkt auskannte.

Drittes Hotel streicht einfach sofort die Verfügbarkeit, wenn man zwei Kinder eingibt.

Dabei habe ich in einem Telefonat mit einer sehr netten Dame 2 Varianten herausgefunden.
A) in der Suite ist ein Zustellbett und ein Gitterbett möglich.
B) es gibt Zimmer mit Verbindungstür – einfach bei der Buchung angeben.

Und ich dachte schon es ist ein Adults Only Hotel.

Bedenkt man das Städtetrips immer noch boomen auch mit Kindern, dann kann man deutlich das verschenkte Potenzial erkennen. Und nicht jede/r nimmt sich die Zeit anzurufen.

Ich höre schon die Argumente: Ja, eh! Aber unsere Software kann das nicht abbilden.

Ja, schade!

Ein Nachsatz: In Sevilla ist es mir ganz ähnlich ergangen, ich habe mich Stunden durch die Hotellandschaft geklickt und telefoniert, bis ich endlich ein tolles Hotel für uns 4 buchen konnte.

Erlebte Hotels, Erwartungen an Hotels, Hotelarchitektur, Österreich

Hilfe, das Wasser rinnt hinaus!

Alle, die diese gutaussehenden, ebenerdigen, offenen Duschen (ohne Türen) von zu Hause oder aus Hotels kennen, dürften auch das Problem kennen: Das Wasser bahnt sich seinen Weg, es nimmt keine Rücksicht auf nackte Füße oder löchrige Socken, auf teure Teppiche oder schöne Holzböden, es fließt und fließt und fließt.

In Hotels versuchen Gäste oftmals das Wasser zu stoppen, da werden Handtücher ausgebreitet, Dämme gebaut und dabei nicht selten, klamm und heimlich, der alte, labberige Duschvorhang herbeigesehnt, der sich mit fast elektrostatischer Treffsicherheit an nasse Haut zu kleben vermag. Letzten Skiurlaub befanden wir uns in einem Hotel in Schladming und ich konnte meinen kleinen Sohn, dreieinhalb, dabei beobachten, wie er tagtäglich aus Handtüchern Dämme baut, ja, wahre Bollwerke anlegt, um das Wasser zu stoppen. Leider erfolglos und schwups, hat man wieder nasse Socken. Kennen Sie das Problem auch? Wirklich ärgerlich.

Zufällig habe ich gerade die Gästefragebögen für ein Hotel ausgewertet und bin dabei auch immer wieder auf die Spritzwasserthematik gestoßen, die für viele Gäste zu den Kritikpunkten zählt. Besonders interessant war die Fürsorge der Gäste, die sie in ihren Bewertungen beschrieben und was sie nicht alles unternehmen würden, um das Wasser zu stoppen. Da wurde trocken gewischt, Handtücher in Position geworfen und sich immer wieder gehörig, ob der fragwürdigen Praktikabilität, geärgert.

Genauso ärgerlich ist es für Hoteliers, schließlich sind die Materialien außerhalb des Badezimmers meistens nicht dafür geeignet, andauernd unter Wasser zu stehen.

Ich gehe jetzt mal davon aus, dass die Handwerker gute Arbeit geleistet haben. Nur ein Punkt wahrscheinlich nicht bedacht wurde: jeder Mensch duscht anders und gerade in einem Hotel müssen eben alle Eventualitäten abgedeckt werden. Für mich bedeutet das kurz und knapp: einer Dusche mit Türe gebe ich klar den Vorzug.

Erlebte Hotels, Erwartungen an Hotels, Hotelmarketing, Hotels, Kinder sind willkommen, Lieblingshotels, Südeuropa

Fake Bewertungen

Fake-Bewertungen im Tourismus habe ich jahrelang unterschätzt. Besonders in Österreich ist mir dieses Phänomen nicht untergekommen. Klar hat jedes Hotel ein paar nette und wohlwollende Bewertungen von Freunden und Familie und man selektiert gerne auch die Gäste, die man für Bewertungen einlädt. Aber im Großen und Ganzen haben sich meine Erwartungen an ein Hotel immer erfüllt. Das sollte sich heuer in Thessaloniki ändern. Ich habe ein tolles Lean Luxury Hotel (Name möchte ich nicht nennen) gebucht: Klein, fein und ganz neu. Soweit das Versprechen. Herrliche Bilder, tolle Bewertungen (Booking über 9, TripAdvisor auch sehr hoch). Bei der Ankunft habe ich mir schon gedacht, da stimmt etwas nicht. Ein „Certificate of Excellence“ von TripAdvisor und eines von Hotels.com, aber die Scores waren nicht gleich hoch, der Unterschied ist mir sofort ins Auge gesprungen. Hotels.com war deutlich schlechter. Am Zimmer war mir dann alles klar, weit weg von Lean Luxury und modern. Es war eine bessere Jugendherberge, obwohl es selbst in dieser Kategorie mittlerweile bessere Hostels gibt. Eine ans Fenster geklebte Spiegelfolie war der Badezimmerspiegel, der Abfluss war am Boden vor dem Waschtisch eingelassen und verströmte einen unangenehmen Geruch – Kläranlage pur. Das angepriesene Frühstück am Zimmer war eine herbe Enttäuschung. Ein Tablett voller Convinience-Ware, lieblos auf den niedrigen Wohnzimmertisch vors Sofa geklatscht. Man konnte nirgends gut sitzen und die Kinder waren völlig überfordert, wie man im Bett isst, dementsprechend klebte das Essen überall auf den Laken. Lean stimmte also, von Luxury konnte jedoch keine Rede sein.

Ich bin überzeugt, dass das Hotel fast alle Bewertungen auf TripAdvisor und Booking gekauft hat. Die Bewertungen sind zu ähnlich, in den meisten wird gutes Service, schönes Design und beste Lage beworben. Bis auf die Lage trifft hier allerdings nichts zu.

Ab ins Paradies – The Excelsior Thessaloniki

Nach diesem Erlebnis beschlossen wir, die Koffer zu packen und ins „The Excelsior“ ein paar Meter weiter zu ziehen. Eine herrliche Wahl. Für 40€ mehr bekamen wir ein echtes Boutique Hotel mit Serviceleistungen und perfektem Frühstück. Eine andere Welt.

Für das „The Excelsior“ ist das andere Hotel zum Geschäftszweig geworden. Wöchentlich packen in die Irre geführte Gäste ihre Koffer und übersiedeln ins Excelsior. What a turn of events.

Was lerne ich als Gast daraus? Den Portalen werde ich in Zukunft mit mehr Misstrauen begegnen.

Was können Hoteliers daraus lernen? Vertrauen ist das Gebot der Stunde, authentisches Marketing wird künftig noch wichtiger werden. Videos sowie Live Videos, Blogbeiträge, Blicke hinter die Kulissen, alles was das Vertrauen stärkt und Authentizität vermittelt werden in Zukunft entscheidend für die Wahl der nächsten Urlaubsunterkunft sein. Eine Realität, der man sich als Hotelier in der heutigen Zeit stellen muss, sofern man langfristige Erfolge anstrebt und nicht nur kurzfristige Buchungen mit unzufriedenen Gästen erzielen möchte. Denn die Gefahr echter Negativ-Bewertungen ist bei Fake-Bewertungen einfach zu hoch. Wir alle wissen, Google & Co lieben Negativ-Bewertungen, die als relevanter eingestuft und daher für gefühlte Ewigkeiten ganz oben in den Ergebnislisten angezeigt werden. So kann eine einzige Negativ-Bewertung unter 99 positiven Reviews über mehrere Monate und bis zu einem Jahr an erster Stelle der Bewertungen stehen. Denn der Algorithmus von Google & Co funktioniert eben genau nach dem Prinzip, dass Fake-Bewertungen durch die erhöhte Relevanz von Negativ-Bewertungen eingedämmt werden sollen. In diesem Sinne sollte man sich besser zweimal überlegen, ob Fake-Bewertungen wirklich ihren Zweck erfüllen. Auf zu mehr Ehrlichkeit und Transparenz auch in den Sozialen Netzwerken!  

|Aufenthalt September 2018 – The Excelisor – Thessaloniki – Griechenland| 
Alles selbst bezahlt.

Erwartungen an Hotels, Hotels

Choose your room

Letzte Woche habe ich mehr oder weniger zufällig unseren Sommerurlaub gebucht. Ich weiß, ich bin früh dran, extrem früh. Aber für unseren Sommerurlaub 2019 haben wir uns ganz spontan für Andalusien entschieden. Motiviert wie ich bei einer Hotelauswahl immer bin, habe ich zu suchen begonnen und bin sofort fündig geworden – 2 Wochen in 4 verschiedenen Hotels. 2 fancy Hotels für meinen Mann und mich, 2 Kinderhotels für unsere beiden Kleinen und da liegt in Spanien Iberostar nahe. Das Iberostar Marbella sollte es werden, die Hotline wurde mir  am Smartphone angeboten und ich nahm dankend an. Mit 2 Kindern ist die Zimmerauswahl ein Dschungl: Welcher Zimmertyp ist passend? Zur Auswahl stand: Junior Suite, Suite, Superior, Standard Doppelzimmer plus Einbettzimmer. Die Mitarbeiterin war zuvorkommend und hat mich mit einem tollen Angebot sofort überzeugt. Dann flatterte auch schon die Reservierungsbestätigung in die Inbox und siehe da:

Choose your room

Zwei Klicks weiter hatten wir ein wirklich nettes Zimmer mit tollem Ausblick. Unsere Begeisterung war enorm. Und schups, dann waren die Flüge gebucht und die zwei anderen Hotels (das Hotel in Sevilla fehlt noch – über Empfehlungen freue ich mich).

Das spannendste Element war die “Choose your room” Möglichkeit. Mein Mann und ich saßen wie Kleinkinder beim Computer: Große Begeisterung. Wir dürfen das Zimmer auswählen! Unsere Buchungszufriedenheit war unglaublich. Eine tolle Sache für Gäste.

Ich möchte diesen Satz bewusst so stehen lassen und nicht die Sicht der Belegungsauslastung anreißen. Als Gast ist es ein tolles Gefühl.

Berry Photo by William Felker on Unsplash

 

Erwartungen an Hotels, Hotelmarketing, Hoteltrends

Ist ein Knigge für den Umgang mit Influencer nötig?

Der Einfluss und das Potenzial von Influencern werden unterschätzt, so meine These. Aber sieht man sich den Boom in Island an, so konnte durch ein paar Einladungen von Bloggern das Landeaufkommen um 30% innerhalb eines Jahres gesteigert werden. Beeindruckende Zahlen.

Auch in Österreich tummeln sich einige Lifestyle Bloggerinnen, die mit mehr als 100.000 Followern beachtliches in Bewegung setzen können. Da gab es 2016 etwa eine eigene Essie Nagellacklinie des Lifestyle-Blogs Berries & Passion in allen Bipa Filialen für vier Wochen oder regelmäßige Stilkolumnen in führenden Zeitschriften über Mode und Lifestyle.

Der Alltag von Influencerinnen:

Und die Bloggerinnen schmeißen sich für ihre Follower richtig ins Zeug, da wird ein Jetset Leben geführt, dass maximal anstrengend sein muss, täglich gilt es etwas Großartiges oder Schönes zu posten. Essen soll köstlich und gesund wirken, ein „normales“ Abendessen einfach nur mit Spaghetti ist da absolut nicht drinnen. Der Körper muss perfekt in Form sein, Schönheit geht über alles, um jeden Preis. Die Kleidung immer modisch, die Wohnung immer aufgeräumt und stylish. Instagrammable lautet die Devise, vom Zehennagel bis zum WC. Und das meine ich auf keinen Fall sarkastisch, der Druck ist enorm. Die Fans wollen Unterhaltung und das Tag für Tag. Die Firmen und Sponsoren wollen Resultate. Und es folgen oft auch Schlagabtausche unter der Gürtellinie á la „hat dir dein Fitnesstrainer nicht gesagt, dass du die Oberschenkel nicht mehr trainieren solltest, deine Beine werden zu dick…!“ Die Arbeit als Influencer ist ein Knochenjob, nach außen eine kunterbunte Glitzerwelt, nach innen ein knallhartes Business und Stress pur.

Photo by Ivan Timov on Unsplash

Influencerinnen und ihr Handwerk:

Soweit die Normalität. Diese Frauen verstehen ihr Handwerk. Ein Handwerk das daraus besteht, die Klaviatur der Sozialen Medien so zu beherrschen, dass man die Reichweite nicht verliert, auch wenn ein Netzwerk wiedermal den Algorithmus über Nacht ändert und man so nicht mehr im Newsfeed seiner Follower aufscheint. Selbstverständlich holen sich manche Profis zur Seite, aber sie alle haben bei Null begonnen und mussten sich alles selbst beibringen.

Weitere Fähigkeiten, die man so ganz nebenbei als Influencer oder Blogger beherrschen muss sind Fotografie, textliche Gestaltung, Videoschnitt, Styling usw.

Influencer sind Allrounder, sie leisten Beachtliches. Als Unternehmen sollte man sich das vor Augen halten bevor man schreibt: „Hallo! Wir laden dich auf unsere Veranstaltung ein und als kleine Aufwandsentschädigung erhältst du 50€ für unseren Onlineshop“. Wertschätzung sieht anders aus.

Kooperationen mit Influencerinnen:

Influencer wollen Wertschätzung von Unternehmen, schließlich geht es um ihre Fans und ihren Beruf. Um eine erfolgreiche Kooperation mit Influencern einzugehen sind folgende Schritte empfehlenswert:

1)      BEOBACHTEN: Den Influencer einige Zeit zu beobachten, inkl. zu liken / zu kommentieren – sich mit dieser Lebenswelt auseinanderzusetzen, die Zielgruppe des Influencers zu kennen und wenn man das Gefühl hat, ich verstehe die Person hinter dem Account – eine persönliche nette E-Mail aufzusetzen:

2)      KONTAKT AUFNEHMEN „Hallo XX, Wir beobachten dich seit einigen Wochen. Dein Beitrag über xyz hat uns besonders gut gefallen, weil XXX. Wir sind der Meinung, dass du dich in unserem Hotel wohl fühlen würdest und würden dir gerne eine Kooperation anbieten. Könntest du uns dein Press-Kit und deine Angebote für eine Zusammenarbeit senden. Wir freuen uns auf ein Kennenlernen!“

3)      ANALYSE – Press Kit und Analytics – passt die Zielgruppe wirklich zu meinem Hotel? Hier kann noch überprüft werden, ob die Follower wirklich meiner Zielgruppe entsprechen? Wie die Engagement Rate ist? Ob Follower gekauft wurden? Welche Alternativen gibt es?

4)      KONZEPT & VERTRAG – Was soll vor Ort passieren? Blog-Beitrag / Instagram / Youtube? Gewinnspiel oder Gutscheincodes / Affiliate Links? Plus: Honorar vereinbaren

5)      BRIEFING – Was ist dem Hotel besonders wichtig, was darf nicht passieren?

6)      DURCHFÜHRUNG – Dem Influencer Freiheiten lassen, er/sie kennt die Zielgruppe am besten und hat das richtige Sprachrohr.

7)      ANALYSE – Finale Besprechung und Kontrolle der Ergebnisse.

 

Erfolg mit Influencerinnen messen:

Wie kann dann der Erfolg für ein Hotel gemessen werden?

  • Gewinnspiele (neue Adressen)
  • Gutscheincodes oder Affiliate Links
  • Analytics
  • Engagement (Kommentare oder Direct Messages)

 

Don´ts:

Was sollte man nicht tun?

  • Keine standardisierte Nachricht an den Influencer senden a la „Hallo Blogger!“
  • Keine Bezahlung
  • Keine Wertschätzung
  • Kennzeichnungspflicht ignorieren – Influencer sind verpflichtet, Werbung als solche zu kennzeichnen, dies gilt es zu akzeptieren.

 

Auf zu vielen erfolgreichen Kooperationen!

Barbara Guger

Erwartungen an Hotels, Hotelmarketing, Hotels, Information

Storytelling spüren

Storytelling wahrhaftig spüren, stand letztes Wochenende bei mir am Programm. Ich besuchte den Workshop „Storytelling mit Improtheater“ bei Susanne Schinko-Fischli in Wien.

In diese Welt der Geschichten einzutauschen war genial und auch ein ganz neuer Zugang für mich. Da gab es Übungen wie PowerPoint Karaoke – man steht vor einer fremden Powerpoint-Präsentation und muss den Text vortragen, ohne die nächste Folie zu kennen. Ich bin leider ziemlich „baden“ gegangen, die Überleitung zwischen den Folien habe ich – vorsichtig ausgedrückt – nicht ganz so flüssig hinbekommen. Trotzdem oder gerade deswegen hat es großen Spaß gemacht.

In einer anderen Situation lag man plötzlich als Toter mit zwei anderen am Boden und musste vor dem Publikum die Geschichte des gleichzeitigen und gemeinsamen Ablebens entwickeln. Das bedeutete absolut gegenwärtig im Moment zu sein, höchste Konzentration und ganz viel Spaß über plötzliche Wendungen inbegriffen. Auch das Publikum war begeistert.

Was ist nun aber des Pudels Kern einer Geschichte?

Eine Geschichte besteht immer aus drei Teilen:

  1. Akt – Exposition – Einleitung / Ausgangslage oder DIE PLATTFORM: Hier werden die Figuren eingeführt. Es muss immer einen “Helden/Heldin” geben, mit möglichst menschlichen Namen und Charaktereigenschaften. Hier wird der Nährboden für die Geschichte gelegt, die einzelnen Elemente sollten in irgendeiner Form wieder auftauchen. Nicht zu vergessen: der Held braucht ein Ziel, hier kann die Headline der Geschichte wirken.
  2. Akt – Konfrontation – Hauptteil / Ereignis oder DAS PROBLEM: Es passiert etwas, die Spannung steigt, ein Problem tritt auf und sollte größer und größer werden. Gegen Ende des Hauptteils kommt der Höhepunkt. Das Problem sollte unseren Helden/unsere Heldin betreffen und natürlich nicht ganz so leicht zu lösen sein.
  3. Akt – Auflösung – Schluss / Konsequenz oder DIE LÖSUNG: Am Ende kommt die Auflösung der Spannung oder des Problems, sowohl positiv wie auch negativ möglich.

 

Der Bogen spannt sich vom Anfang bis zum Ende. Wichtig ist dabei, dass die Hauptfigur das Ziel nicht sofort erreicht, sonst ist die Geschichte langweilig.

Vorschlag:

Gut inszenierte Geschichten gibt’s derzeit auch bei den österreichischen Hotellegenden, zu sehen auf Servus TV. Die Hoteliers erreichen ihr Ziel nie sofort. Und man merkt, niemand schreibt bessere Geschichten als das Leben selbst.

 

 

Erwartungen an Hotels, Hotels, Information

Hallo Briefmarke! Schön, dass du wieder da bist

Gestern brachte ich, wie gewohnt, meine Briefe zur Post und durfte zu meiner Überraschung feststellen: die Postlerin klebte Briefmarken auf meine Sendungen, anstatt der unschönen weißen Klebeetiketten, die wohl der Vergangenheit angehören dürften. Zurück zu den guten alten Briefmarken, lautet die Devise!

Meine Freude war enorm. Einen Brief mit Briefmarke zu erhalten ist einfach etwas Schönes, auch wenn es eigentlich nichts weiter als ein Preisschild ist.

Gerade tobt draußen ja der Digitalisierungssturm. Alles ist Überschall. Den Überblick zu behalten ist nicht mal ansatzweise möglich und ganz still und heimlich kommt das Altbekannte zurück.

Was könnte da in Hotels wieder zurückkommen?

Einen Trend, den ich bei meinen Kunden erkennen kann: Die Gäste möchten mehr Zeit mit echten Menschen verbringen, mit ihnen sprechen und sich austauschen. Mehrere Hotels mussten in den letzten Jahren zusätzliche Rezeptionist/innen einstellen, weil der Zeitaufwand für Auskünfte frappant gestiegen ist. Das Gesprächsdefizit aufzuholen ist gerade im Urlaub enorm. Die unzähligen Apps mit den Tipps und Beschreibungen sind wunderbar und dennoch möchten Gäste persönlich von einem Menschen die Tipps hören, seine Begeisterung spüren, sehen und erleben. Informationsweitergabe ist mehr als pure Information.

Welche altbekannten Dinge, die in unseren Alltag zurückkommen fallen Ihnen in auf?

 

 

(Bild: Unsplash/Álvaro Serrano)

 

Details im Hotel, Erlebte Hotels, Erwartungen an Hotels, Information, Lieblingshotels

Gefühlswelt Hotel

„2000 auf 79“ ist der Titel eines Beitrags von Martin Schumacher (conos GMBH) im Tourismuspresse Blog. Der Autor war 26 Jahre auf Reisen, und ist in 79 Ländern in 2000 verschiedene Hotels  eingecheckt. Mehr dazu gibt’s hier.

Beim Lesen des Artikels hat mich die Inspiration gepackt und meine Freude an Statistik war geweckt: Drei Stunden später war dann auch meine persönliche Liste von all den Reisen, Ländern und Hotels fertig (ziemlich rasch, dank Blog RosaPfeffer) Und zack da waren sie wieder – all die Erlebnisse in den verschiedenen Hotels, der Geschmack des Essens und die Gefühle an den unterschiedlichsten Orten.  Kaum ein Hotel ist in Vergessenheit geraten, vermutlich auch, weil ich in deutlich weniger Hotels genächtigt habe, als Martin Schumacher. Immerhin waren es bei mir rund 177 Hotels in zehn Jahren mit 287 Übernachtungen. (Fast) Jedes Haus wurde sorgsam von mir ausgewählt und kaum eines war ein 0815 Hotel.

Aber zurück zu den Gefühlen, die ich beim Erstellen meiner Liste richtiggehend im ganzen Körper spüren konnte. Die Skala wie ich mich in diesen Hotels gefühlt habe und die damit verbundenen Gefühlswelten reichen von:

  • beschützt – wachsam (sehr wichtig in Südamerika und Südafrika)
  • entspannt – gestresst
  • wohl – unwohl
  • unbeachtet – beobachtet
  • frei – eingesperrt
  • offen – verschlossen
  • glücklich – unglücklich
  • aufgeregt – gelangweilt
  • richtig – falsch

Gerade das letzte Begriffspaar „richtig – falsch“ ist eine ganz eigene Kategorie. Falsch im Sinne von, ob es zu meinen / unseren Bedürfnissen passt. Denn es gibt Hotels, die passen einfach nicht zu mir / zu uns – oder ich bzw. wir passen nicht in dieses Hotel. Ein Umstand, der schnell zum puren Ärgernis werden kann. Gerade dann, wenn man eine ganz genaue Vorstellung oder Erwartung an einen Aufenthalt hat. In diesem speziellen Fall denke ich an ein Hotel auf Mauritius. Das erhoffte Urlaubsgefühl wollte sich partout nicht einstellen und wir haben uns einfach nicht wohl gefühlt. Auf dem Weg in die Hauptstadt sahen wir dann ein Hotelschild, und alleine das Logo verriet uns: Das ist unser Hotel!

Nach nur drei Minuten im diesem Haus bestätigte sich unser Gefühl (und all das sogar zum selben Preis wie das gebuchte Hotel), nur leider zu spät. Vielleicht beim nächsten Besuch. Das passende Hotel zu finden ist wirklich eine Kunst für sich.

Was ist mir prickelnd in einigen Hotels in Erinnerung geblieben?

Was hat bis heute einen schalen Eindruck hinterlassen?

  • Unfreundliche Mitarbeiter_innen
  • Sich auf Schritt und Tritt beobachtet fühlen – ein höchst unangenehmes Gefühl
  • Komplizierte Technik – wenn man eine Gebrauchsanweisung für sein Zimmer benötigt, und nicht einmal Licht oder Klimaanlage „einfach“ bedienen kann – einmal habe ich wirklich mit Licht geschlafen, weil nicht einmal der Rezeptionist wusste, wie man es ausschaltet z.B. Sheraton Mexiko City
  • Schlechtes Frühstück – üppige Buffets mit billigem Essen
  • Tee mit Chlorgeschmack z.B. Westin Bahamas
  • Unflexibilität
  • Geiz

 

Meine Top 20 Hotels poste ich gerade auf Instagram. Ein purer Genuss in diesen schönen Erinnerungen zu schwelgen.

Details im Hotel, Erwartungen an Hotels, Hotelmarketing

Zum Tag des Schlafes

Zum Tag des Schlafes empfehle ich die neue Studie von Hotel der Zukunft:

Schlaf – Grundbedürfnis und Lebenselixier: „…Unser Alltag ist geprägt von Digitalisierung und Reizüberflutung, von den Verheißungen des Ablenkens und dem Gefühl, ständig erreichbar sein zu müssen oder etwas zu verpassen. Viele wollen irgendwann einfach nur in Ruhe ruhen. Dass das gar kein so leichtes Unterfangen ist, zeigen die vielen Maßnahmen, die getroffen werden, um das zu erreichen. Der Körper kommt einfach nicht mehr mit, wir verbringen zu viel Zeit in den digitalen Räumen, springen quasi körperlos von Information zu Information, von Inhalten zu Inhalten.

Umso wichtiger scheint es zu werden, die reale Welt so zusammenzubauen, die Schlafumgebung so ausgeklügelt zu gestalten, dass wir wieder (ein)schlafen können. Die Strukturen, die uns dabei helfen sollen, sind analog und digital: Neben dem richtigen Duft oder dem perfekten Kissen werden auch immer häufiger Schlaf-Apps eingesetzt. Wir bauen uns also eine Schlafillusion im Außen, eine künstliche Welt, in welcher der Körper schlafen kann, weil – oder auch obwohl – wir ihm über die Virtualisierung diese Welt genommen haben…“” (Quelle: Hotel der Zukunft)